Tagesarchiv: 21. Juni 2011

Vor dem Aufprall (Teil 3)

Mein Vater holte mich in einem fabrikneuen schwarzen Mini Cooper vom Flughafen ab, den er mir feierlich als Geburtstagsgeschenk übergab. Seit Jahren hatte ich mir einen Mini gewünscht, aber nicht leisten können. Meine Eltern hatten sicherlich keinen kleinen Teil ihrer Ersparnisse dafür geopfert. Dankbar und freudig umarmte ich meinen Vater und ich glaube, er war darüber mindestens so glücklich wie ich über das Auto.

Ich wohnte zunächst wieder bei meinen Eltern. Am Tag nach meiner Rückkehr meldete ich mich bei Ralf. Das Telefonat verlief besser als ich je zu hoffen gewagt hatte. Die Janus Marcom GmbH hatte inzwischen 30 Angestellte. Sie suchten im Moment nach Verstärkung, auch nach Designern. Ralf lud mich für den nächsten Tag zu Janus ein. Kaum hatte ich die Firma betreten, wusste ich, dass ich Nirgendwo anders arbeiten wollte. Die Räume waren hell und luftig, die Einrichtung geradlinig modern. Die Mitarbeiter, die Ralf mir vorstellte, fand ich sympathisch und kreativ-verrückt, wie man es in der Werbebranche eben sein musste. Ralf war beeindruckt von meiner Referenzenmappe, die ich in den letzten Jahren sorgsam gepflegt hatte.

Bald waren Ralf und ich uns einig: Zum nächsten Monatsersten würde ich als Senior Designer bei Janus beginnen. Als ich nach dem Gespräch die Agentur verließ, spürte ich kaum den Boden unter meinen Füßen.

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