Tagesarchiv: 29. Juni 2011

Vor dem Aufprall (Teil 5)

Bald entwickelten Ben und ich eine Routine. Zwei- bis dreimal pro Woche trafen wir uns nach der Arbeit, während Martha glaubte, Ben sei noch in der Agentur. In meinem Wagen fuhren wir zu meiner Wohnung, aßen eine Kleinigkeit und öffneten eine Flasche Wein. Wir redeten, ließen den Arbeitstag noch einmal passieren, lachten, scherzten und wurden zärtlich. Manchmal hielt Ben mich einfach nur im Arm. Gegen zwei Uhr ging er dann zur U-Bahn oder nahm sich ein Taxi.

Es kam häufiger vor, dass Ben eine Verabredung kurzfristig absagte, weil eines der Kinder krank war und Martha ihn bat, früh nach Hause zu kommen. Einmal rief Martha gegen Mitternacht auf Bens Mobiltelefon an, als er bei mir war. Der Kleine habe einen schlimmen Husten und Martha sei unsicher, ob sie den Arzt rufen solle. Fünf Minuten später war Ben auf dem Weg nach Hause. Ich konnte nicht schlafen, nachdem er so plötzlich aufgebrochen war und setzte mich an meinen Computer.

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