In der Oper

Ganz schön warm ist es hier. Bisschen stickig auch. Da hätte ich glatt ärmellos tragen können. Im Restaurant war’s auch sehr warm. Durstig bin ich. Das Essen war lecker, nur recht salzig, die Sojasauce. Aber besser zu warm als zu kalt…

Ach, die Arie kenne ich. Die Königin der Nacht. Warum soll ihre Tochter denn Sarastro töten? Warum hat er sie überhaupt entführt? Und warum ist Pamina unsterblich in Tamino verliebt, wo sie ihn doch nie zuvor gesehen hat?

Die Inszenierung gefällt mir. Hat etwas Skurriles, Selbstironisches. Die Idee mit dem Skiort finde ich witzig. Hübsche Kulissen… Aber der Text… Manchmal schon nach dem Motto „Reim dich oder ich fress‘ dich“…

So, jetzt ist Pamina ganz verzweifelt, weil Tamino nicht mit ihr spricht. Sie will sich umbringen, weil sie glaubt, er liebt sie nicht mehr. Herrje…

Ich hab solchen Durst! Ich hätte ein zweites Getränk zum Essen bestellen sollen. Zeit wäre gewesen. Aber dann hätte ich’s vielleicht nicht bis zur Pause ausgehalten. Die Pause hat sowieso kaum ausgereicht, um etwas zu trinken und zur Toilette zu gehen. Zwei Toiletten sind viel zu wenig. Überall das Gleiche mit den Schlangen vor den Damen-Toiletten…

Tamino zieht aus, um Prüfungen zu bestehen und Gefahren zu trotzen. Pamina weiterhin verzweifelt. Mann aktiv, Frau passiv. Na gut, Mozart ist schon ein bisschen her… Wie spät ist es eigentlich? Gleich Zehn. Noch eine knappe halbe Stunde. Das geht. Dann ist’s aber gut…

Die Musik ist ja ganz schön, doch wirklich berührt bin ich nicht. Das Gesinge ist auf Dauer etwas anstrengend. Und die Handlung… Besser nicht vom feministischen Standpunkt aus betrachten…

Ich bin nach wie vor nicht reif für die Oper. Macht ja nichts. Vielleicht kommt das noch. Später. War trotzdem fein, es einmal wieder auszuprobieren. Es hätte auch funken können zwischen der Zauberflöte und mir…

Oh, jetzt sind die Gefahren schon vorüber? Was waren die Gefahren eigentlich? Nun wird geheiratet! Klar. Also, wenn ich zu Hause bin, brauche ich ein großes Glas kaltes Wasser. Unbedingt.

Ach, die Idee mit den Kindern ist nett. Die haben Spaß daran, auf der Bühne herum zu sausen. Hui, zum Schluss wird nochmal groß aufgefahren. Alles auf die Bühne! Großer Chor, beeindruckend. Alle glücklich. Ende gut, alles gut…

Na, dann: Applaus!

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