Autorin der Woche (27/2021)

46 Jahre vor Vicki Baums „Vor Rehen wird gewarnt“, also 1905, erscheint „The House of Mirth“ von Edith Wharton. Auch in diesem Roman wird die Lebensgeschichte einer jungen Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts erzählt. Lily Bart ist ähnlich wie Ann Ambros Tochter einer gutbürgerlichen Familie, allerdings nicht in San Francisco, sondern in New York. Und wie für Ann ist der erwünschte Lebensweg für Lily vorgezeichnet: eine standesgemäße Hochzeit, dann vorbildliche Ehefrau, Mutter und Gastgeberin vergnüglicher Gesellschaften.

Doch hier enden die Parallelen. Während Ann rücksichtslos den einen Mann, den sie will, für sich zu gewinnen sucht, kämpft Lily mit widerstrebenden Gefühlen. Ihr Herz gehört einem sozial nicht angemessen gestellten Anwalt. Für einen der reichen Verehrer kann sie sich nicht entscheiden. Und dann gerät sie durch eine Intrige nicht nur ins gesellschaftliche Abseits, sondern in bedrohliche materielle Not. Edith Whartons Roman ist eine berührende Liebes- und Lebensgeschichte und aufschlussreiches Gesellschaftsporträt zugleich.

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