Monatsarchiv: März 2022

Malerei der Woche (12/2022)

Darstellungen aus der griechisch-römischen Mythologie sind in der Renaissance sehr beliebt. In einem Spätwerk malt Tizian um 1560 „Venus und Adonis“. Die Liebesgöttin will Adonis davon abhalten, aus ihren Armen zur Jagd aufzubrechen, denn sie weiß, dass er dabei sein Leben verlieren wird. Der jugendliche Adonis jedoch ist von seiner Unverletzlichkeit überzeugt und weist seine Geliebte zurück. Nächste Woche sehen wir, wie die Geschichte endet.

Malerei der Woche (11/2022)

Circe, Göttin der Zauberei, lebt laut griechischer Mythologie auf einer waldbewachsenen Insel. Besucher verwandelt sie gerne einmal in Tiere, die ihr dann Gesellschaft leisten. Um 1525 stellt Dosso Dossi, Hofmaler Lucrezia Borgias in Ferrara, „Circe mit ihren Geliebten in einer Landschaft“ dar. Ein Gemälde voller Anmut, das Ruhe und Frieden ausstrahlt.

Kurz mal raus

Wer im Großraum Erlangen-Fürth-Nürnberg lebt, hat die Fränkische Schweiz als Naherholungsgebiet direkt vor der Haustüre. Diese Woche waren wir für ein paar Tage in Ebermannstadt, haben wandernd die umliegenden Anhöhen und Wälder erkundet. Montags noch im Regen, Dienstag und Mittwoch dann mit zaghaften Sonnenstrahlen hinter dem Saharasand. Winterende, noch nicht ganz Frühlingsbeginn. Gut hat es getan, Körper und Kopf. Manchmal muss man einfach mal kurz raus.

Malerei der Woche (10/2022)

Um 1508 schuf der Venezianer Giorgione ein bemerkenswertes Gemälde. „Das Gewitter“ ist eines der ersten Bilder, in dem die Landschaft um ihrer selbst willen dargestellt wird, der Mensch ist Teil des Naturganzen. Giorgione verzichtet auf eine strenge Zentralperspektive und harte Konturlinien, die Gebäude und Figuren werden durch den Wechsel von Licht und Schatten vor dem gewitterschweren Himmel fein modelliert.

Es bleibt rätselhaft, wer die Personen auf dem Bild sind. Adam und Eva, aber auch Venus und Mars wurden vermutet. Infrarotaufnahmen haben gezeigt, dass vor dem Hirten ursprünglich noch eine zweite, sitzende Frau zu sehen war, die sich im Fluss wusch. Solche nachträglichen Übermalungen sind typisch für Giorgiones Werke. Wie so oft liegt der Reiz hier gerade in der Uneindeutigkeit, die der Phantasie viel Raum lässt.

Malerei der Woche (09/2022)

Seit dem 24. Februar pendelt meine Gefühlslage zwischen Schockstarre, Angst, Wut und Verdrängung. Meine Großeltern kommen mir in den Sinn, die den Zweiten Weltkrieg als Kinder oder junge Erwachsene erlebt haben. Ich denke daran, dass meine Großmutter väterlicherseits in schweren Zeiten Trost und Beistand bei der Heiligen Maria gefunden hat, dass Maria meiner Großmutter Hoffnung und Kraft gegeben hat.

Wahrscheinlich empfinden sehr viele Menschen wie meine Großmutter und darin liegt wohl der Grund, dass die Madonna eines der häufigsten Bildmotive ist – nicht nur, aber auch in der Renaissance.

Giovanni Bellini – Madonna auf der Wiese