Weißwein und Eisbein: Wandern im Elsass – Teil 3

Letzte Etappe: Über das Odilienkloster nach Obernai
Erstes Zwischenziel nach einem Aufstieg: Die Ruine der Burg Haut Andlau. Danach gesellte sich bald wieder Regen zu uns – kein willkommener Begleiter. Erst kurz vor dem im 7. Jahrhundert gegründeten Odilienkloster zeigte sich wieder die Sonne – als hätte die Schutzheilige des Elsass ein gutes Wort eingelegt. Die beeindruckende Klosteranlage liegt auf 760 m Höhe auf dem Mont Sainte-Odile und bietet wunderbare Ausblicke.

Darauf der Abstieg nach Ottrott, wo wir gerade noch unser Picknick im Trockenen genießen konnten. Dann wieder: Regen. Und noch mehr Regen. Kurz vor Obernai, dem letzten Ziel unserer Wanderreise, schönster Sonnenschein, als wäre nichts gewesen…

Zum guten Schluss: Stippvisite in Strasbourg
Auf der Heimfahrt mit der Bahn blieben einige Stunden, um Strasbourg zu erkunden. Alles haben wir natürlich nicht gesehen, aber im Münster-Viertel und in Klein-Frankreich war gut Schlendern. Ein gemütlicher Ausklang.

Und das Fazit? Trotz recht vielen Regens und teilweise schrecklich matschiger Wege war’s ein wirklich schöner Urlaub. Die sanfte Landschaft der Weinberge und Wälder, die pittoresken Örtchen, die urigen Burgruinen, das französische Flair und nicht zuletzt das bodenständige Essen und der feine Wein haben das durchwachsene Wetter mehr als aufgewogen. A bientôt!

Kalenderspruch der Woche (42/2016)

Durchaus passend zum Spruch der Vorwoche:

Wer von jedem Menschen etwas lernen kann, ist wahrlich weise.
Aus dem Talmud

Kalenderspruch der Woche (41/2016) – Nachtrag

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Quote by Stephen R. Covey

Kalenderspruch der Woche (40/2016)

Leider erwerben die Menschen allzu leicht hohe Bildung und zeichnen sich bei allem aus, bei dem das Gehirn allein erforderlich ist; ist aber die Beteiligung des Empfindens erforderlich, dösen sie weg.
Odysseas Elytis (1911 – 1996), griechischer Dichter und Nobelpreisträger (In „Äußerste Ruhé Voraus“, Lettre International 114, Berlin 2016)

Weißwein und Eisbein: Wandern im Elsass – Teil 2

Von Riquewihr nach Thannenkirch
Von Riquewihr durch pittoreske Weinberge zunächst nach Ribeauvillé, wo oberhalb drei Burgruinen thronen: St. Ulrich, Girsberg und Haut-Ribeauvillé. Wunderbarer Ausblick nach dem Aufstieg. Weiter durch einen freundlichen Wald, Picknick auf einem Baumstamm, danach käse-satt und ausgeruht ins idyllisch gelegene Thannenkirch.

Über die Haut Koenigsburg nach Châtenois
Die Haut Koenigsbourg ist laut Wikipedia eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs. Kaiser Wilhelm II. ließ sie in den Jahren 1901–1908 durch den Berliner Architekten und Burgenforscher Bodo Ebhardt restaurieren – das Elsass gehörte damals zum Deutschen Reich. Nach ausgiebiger Besichtigung weiter durch Wald und Weinberge nach Châtenois.

Über Schloss Ortemburg nach Andlau
Ein an sich idyllischer, aber leider verregneter Aufstieg durch Wälder zu Schloss Ortembourg, einer schön gelegenen Ruine. Oben angekommen war das Wetter wieder milde gestimmt und die Sonne hat uns getrocknet.
Matschige, tief zerfurchte Waldwege gegen Ende der Etappe waren wenig erbaulich, ließen uns aber das leckere Abendmenü samt Wein in Andlau umso mehr genießen.

Der Bericht über den letzten Teil der Reise folgt!

Kalenderspruch der Woche (39/2016)

Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennen zu lernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr.
Antoine de Saint-Exupéry
(aus: Der Kleine Prinz, Originalübersetzung, Karl Rauch Verlag, Düsseldorf)

Kalenderspruch der Woche (38/2016) – Nachtrag

Wenn man einer Wüste nur ihre Trockenheit ansieht, liegt das daran, daß man keine Oasen in sich trägt.
Yan Lianke (In: Der Brennpunkt der Welt, Lettre International 113, Berlin)

Kalenderspruch der Woche (37/2016)

Himmlischer Besuch:
Der Regen klopft ans Fenster
wie ein guter Freund.

Ernst Ferstl

Weißwein und Eisbein: Wandern im Elsass – Teil 1

Ohne Flugzeug sollte das diesjährige Urlaubsziel zu erreichen sein. Entspannung, schöne Landschaft und gutes Essen sind ohnehin immer Anforderung. Und so fiel die Wahl auf eine Wanderreise von Ort zu Ort im Elsass.

Anreise mit dem Zug über Strasbourg nach Colmar, die letzten fünf Kilometer mit dem Taxi zum ersten Standort: Turckheim. Strömender Regen am ersten Abend ließ uns schnell die Wahl für das Restaurant fürs Abendessen treffen. Zum Glück: Es war eine gute!

Turckheim – ohne Regen

Die Elsässische Küche zeugt von der Nähe zu Deutschland: Viel Fleisch, vor allem Schwein, deftig zubereitet, die Portionsgrößen oft rustikal. Neben dem berühmten Flammkuchen (gern als Vorspeise serviert) zählen zu den lokalen Spezialitäten: Choucroute garnie (ein Berg Sauerkraut mit fünf verschiedenen Wurst- und Fleischsorten) und Baeckeoffe (ein Schmortopf aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse), ebenso Schäufele und Eisbein sowie der Munster (ein intensiver Käse, der schnell aufdringlich werden kann). Zu reichlich Essen gibt es reichlich leckeren lokalen Wein, vornehmlich Riesling, Pinot Blanc, Pinot Gris und Silvaner.

Diät-Opfer sind im Elsass also falsch. Wer jedoch nach einer Tageswanderung ein kräftiges Essen genießen kann, ist goldrichtig!

Soweit zu den Grundlagen. Und wo ging’s überall lang?

Wanderung rund um Turckheim
Bergauf und bergab durch Weinberge und Wälder; zunächst zur Ruine der Festung Hagueneck, danach nach Eguisheim (eins von vielen pittoresken Fachwerkdörfern, bekannt für seine vielen Storchennester) und weiter zur Hohlandsbourg. Regen im letzten Drittel der Wanderung… Matsch und mein Gemecker… besänftigt durch leckeres Essen und feinen Wein am Abend (siehe oben).

Ausflug nach Colmar
Colmar ist eine sehenswerte kleine Stadt. International bekannt und Highlight im Musée Unterlinden: Der Isenheimer Altar von Matthias Grünewald. Die hübsche Altstadt mit Flüsschen lädt ein zum Flanieren.

Von Turckheim nach Riquewihr
Über Orte mit Namen wie Niedermorschwihr und Katzenthal nach Kaysersberg, dem Geburtsort Albert Schweitzers. Nach einem Parkbank-Picknick weiter nach Riquewihr. Natürlich auf dem Weg wieder: Wälder, Weinberge und Burgruinen.
In Riquewihr: Fachwerkhäuser, gut erhaltene Teile der alten Stadtbefestigung, ein liebevoll eingerichtetes Postmuseum – und viele Touristen.

In Bälde folgt Teil 2.

Kalenderspruch der Woche (36/2016)

Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
Franz Kafka zugeschrieben