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Britischer Charme und französisches Flair: Guernsey im Ärmelkanal

Sensation Seeker sollten lieber nicht hinfahren. Leute, die hingegen Entspannung und Ruhe suchen, die gutes Essen zu schätzen wissen und sich an kleinen Skurrilitäten erfreuen, die sind richtig auf der kaum 80 qkm großen Insel vor der bretonischen Küste.

Was macht Guernsey aus?

Vielleicht die außergewöhnliche Staatsform einer Vogtei, die direkt der britischen Krone unterstellt ist und nicht zur EU gehört, samt der dazugehörigen eigenen Währung, dem Guernsey-Pfund.

Vielleicht sind es die wirklich freundlichen Menschen, die ihren Häusern keine Nummern, sondern wohlklingende Namen geben, und die deutschen Touristen die fünfjährige Besatzung durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg nicht (mehr?) unter die Nase reiben. (Das German Occupation Museum ist einen Besuch wert!)

Vielleicht der Full Afternoon Tea, nur echt mit frisch gebackenen Scones und Sahne aus der extra-fetten Milch der Guernsey-Kühe. Oder die ansonsten eher französisch inspirierte Küchenkultur, die jedes Leckermäulchen erfreut.

Vielleicht ist es auch der faszinierende Wechsel zwischen Ebbe und Flut bei einem Tidenhub von zwölf Metern. Oder die mit Bluebells und anderen Blümchen gesäumten Wanderwege entlang den Klippen an der Südküste. Oder die romantischen Sonnenuntergänge am feinen Sandstrand der Cobo Bay.

Vielleicht sind es Dinge wie Hedge Veg: kleine unbeaufsichtigte Verkaufsstände an fast jeder Ecke, an denen Obst, Gemüse, Eier, selbst gekochte Marmelade oder auch Brennholz deponiert sind, für die man den gewünschten Preis einfach in eine kleine Kassenschatulle legt.

Vielleicht ist es das gut funktionierende Busnetz, in dem die Hauptstadt St. Peter Port nicht mit Namen genannt wird, sondern einfach nur „Town“ heißt, denn Verwechslungen sind nicht möglich.

Vielleicht ist es die Tatsache, dass man in St. Peter Port ein Museum der Stadt Paris besichtigen kann und dort vielen beseelten Franzosen begegnet, die ihrem Dichter Victor Hugo näher kommen wollen.

Ganz sicher ist es die Summe aus all dem Genannten, die Guernsey einen unvergleichbaren gelassenen Charme verleiht, der mich auch über einen Monat nach der Rückkehr immer wieder lächeln lässt.

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2 Antworten zu “Britischer Charme und französisches Flair: Guernsey im Ärmelkanal

  1. Deinen Beitrag finde ich einfach spitze! Ich mag es ja selber zu verreisen und beim Lesen von Reiseberichten aus nicht touristisch ueberlaufenen Regionen wird mir schon etwas anders. Ich fuehle dann immer so ein kleines bisschen Fernweh in mir aufsteigen. 🙂
    Mehr davon!

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  2. Dankeschön! Freut mich, dass dir der Beitrag gefällt. Bevor man so etwas schreiben kann, muss man natürlich auch verreisen… Ich hätte gern mehr Zeit dafür. Na, wenn ich erst mal bei dir in Seoul war, gibt’s auch einen Artikel. 🙂

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