Im goldnen Oktoberlicht
leuchtet der Wald
Das Atmen fällt leicht
in der milden Luft
Gegen Ende des Weges:
Vorfreude aufs Abendessen
Im goldnen Oktoberlicht
leuchtet der Wald
Das Atmen fällt leicht
in der milden Luft
Gegen Ende des Weges:
Vorfreude aufs Abendessen
Veröffentlicht unter Futter für Geist und Seele
Am letzten Wochenende im August kommen die Poeten in die Stadt – 2015 zum 35. Mal. Strahlender Sonnenschein und neugieriges Publikum begleiteten die Lesungen am Samstag- und Sonntagnachmittag im Schlossgarten.
Im trockenen Gras ließ es sich gut sitzen und liegen – zweimal bin ich ein wenig eingenickt… Bei welchen Autoren, wird nicht verraten. Keinesfalls jedoch bei den folgenden, die ich besonders hörenswert fand.
Christiane Neudecker: „Sommernovelle“. Zwei 15-jährige Mädchen fahren 1989 in den Ferien an die Nordsee. Sie wollen die Welt retten, indem sie Vogeleier zählen – und lernen dabei viel über sich selbst.
Ursula März: „Für eine Nacht oder fürs ganze Leben. Fünf Dates“. In Zeiten der unbegrenzten Freiheiten und Wahlmöglichkeiten kann die Suche nach der Liebe sehr anstrengend werden… Mit Witz und Ironie berichtet die Autorin von fünf Suchenden.
Dana Grigorcea: „Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit“. Bukarest ist Dreh- und Angelpunkt: früher, zu Zeiten des Kommunismus, kurz danach, heute. Die Gegebenheiten prägen die Stadt – und ihre Menschen. Skurril, tragikomisch und leichtfüßig erzählt.
Gesa Olkusz: „Legenden“: Ein junger Mann, Filbert, fischt in Berlin schwarze Schnürstiefelchen von einem Laternenpfahl. Sie müssten gut zu seinem Tantchen passen, meint er, denn auf einem alten Schwarzweißfoto steht sie ohne Schuhe da. Filbert ist getrieben von der Suche nach der wahren Geschichte seiner Familie. Findet er diese in Kanada?
Henning Ahrens: „Glantz und Gloria. Ein Trip“. Rock Oldekop kehrt nach Jahren in seinen Heimatort Glantz zurück. Dort verbrachte er seine ersten sechs Jahre, bis seine Eltern bei einem Brand zu Tode kamen. Die Wirklichkeit mischt sich mit Märchen, Sagen und Geschichte. Ein surrealer Trip.
Nora Gomringer brachte ihren Text „Recherche“, für den sie in diesem Jahr den Ingeborg-Bachmann-Preis erhielt. Ein echtes Highlight! Inhaltlich, sprachlich und hinsichtlich der Performance. Ebenso sehenswert: das anschließende Gespräch auf dem Nebenpodium.
Nora Bossong: „36,9°“. Der sardische Philosoph und Mitbegründer der Kommunistischen Partei Antonio Gramsci ist einer der Protagonisten. Der fiktive Gramsci-Experte Anton Stöver der andere. Dessen Welt gerät durch eine Frau im Poncho und ein verlorenes Notizbuch Gramscis aus den Fugen.
Der unbestrittene Höhepunkt des diesjährigen Poetenfestes war jedoch das Porträt mit Alice Schwarzer am Freitagabend im ausverkauften Markgrafentheater.
Im Lauf ihrer journalistischen Karriere hat Alice Schwarzer Biographien über Simone de Beauvoir, Romy Schneider, Gräfin Dönhoff sowie Petra Kelly und Gert Bastian veröffentlicht. Wie hat sie sich diesen sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten angenähert? Wie hat sie die Gratwanderung zwischen notwendiger Nähe und erforderlicher Distanz gemeistert? Inwieweit spiegelt sich die Biographin in ihren „Betrachtungsobjekten“ und welche Auswirkungen hat dies auf das Arbeitsergebnis?
Gut gelaunt und gewohnt scharfsichtig stand Alice Schwarzer Verena Auffermann Rede und Antwort. Am Ende ein Plädoyer: Frauen, baut auf dem Erreichten auf! Startet nicht wieder von Null. Macht euch zunutze, was bereits erkämpft wurde, anstatt euch einreden zu lassen, dass der „alte“ Feminismus nicht mehr relevant sei.
Ein sehr spannender und kurzweiliger Abend, der nach meinem Geschmack auch noch zwei weitere Stunden hätte dauern können.
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Der iranische Filmemacher Jafar Panahi steht unter Berufsverbot. Das hindert ihn nicht daran, heimlich Filme zu drehen und sie ins Ausland zu schmuggeln. Zuletzt „Taxi Teheran“; auf der Berlinale 2015 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.
Panahi fährt im Film Taxi durch die Straßen Teherans. Mit einer Kamera am Armaturenbrett filmt er die Unterhaltungen mit den Fahrgästen, die er im Verlauf des Films befördert. Die Fahrgäste bringen Probleme und Konfliktthemen der iranischen Gesellschaft ins Bild: Todesstrafe, frauenfeindliches Erbrecht, blinden Aberglauben, Schwarzhandel, Armut als Ursache von schwerer Kriminalität, strenge Zensur, Willkür der Justiz, Folter.
Der Film bewegt sich zwischen Spielfilm und Dokumentation, bleibt unentschieden zwischen den Genres – und hat mich dadurch davon abgehalten, emotional richtig tief einzutauchen. Nichtsdestotrotz: Taxi Teheran ist sehenswert und wertvoll; gewähren uns seine Fahrten doch verdichtete Einblicke in die politische und gesellschaftliche Lage des Iran und seiner Menschen.
Ein unbestrittenes Highlight: Hana Saeidi, Panahis Nichte, die im Film munter und ungeniert ihre Meinung kundtut – und in Berlin sichtlich stolz und gerührt den Goldenen Bären entgegen nahm.
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Die Medusa, in
Öl auf Leinwand von Franz von Stuck, begrüßt uns im Reich der Monster. Schaurig, schön und fast ein wenig verwundert ob der eigenen Monstrosität starrt sie mit wässrigen Augen. Ein gelungenes Leitbild der Sonderausstellung im GNM (noch bis 06.09.2015). Monster flößen uns Furcht ein und ziehen uns gleichzeitig an. Sie spiegeln unsere dunkle Seite und gehören daher untrennbar zu unserem Selbst.
In der Welt der unheimlichen Tiere treffen wir auf Drachen, Einhörner, Seeungeheuer und andere Fabelwesen. Deren Deutungen und Betrachtungsweisen wandelten sich mit der Zeit – und auch darüber, ob sie nun real existieren oder doch nur ausgedacht sind, herrschte selten Einigkeit.
Wundersame Menschen lernen wir im Anschluss kennen: Beispielsweise den Wilden Mann aus dem Wald, der als roh und unzivilisiert galt, gleichzeitig aber als ursprünglich-edel bewundert wurde. Oder die Wundervölker vom Rand der bewohnbaren Welt mit erstaunlichsten Anatomien (wie der Einbeinige, der sich mit seinem übergroßen Fuß selbst Schatten spenden kann). Nicht fehlen darf der Vampir – früher abstoßend hässlich, heute verführerisch glattrasiert.
Nicht nur unser leibliches Leben, auch unsere Seelen werden von Monstern bedroht: Dämonen und der Teufel führen uns in Versuchung. Der Höllenschlund wartet weit geöffnet, wenn das Letzte Gericht gegen uns urteilt. Allein für den, der widersteht oder seine Sünden bereut, gibt es Hoffnung auf Rettung – wobei es wohl auch passieren kann, dass man unschuldig in der Vorhölle landet. Dann kann nur noch Jesus helfen…
Die Ausstellung ist gelungen konzipiert und überzeugt durch eine große Bandbreite an Themen und Exponaten. Der Besuch bei den Monstern ist sehr vergnüglich und lässt oft schmunzeln. Wirklich zum Fürchten ist die Ausstellung nicht. Wer sich richtig gruseln will, dem empfehle ich – je nach persönlicher Präferenz – einen Zombie-Film, eine Story von Edgar Allan Poe oder aktuelle Statements der CSU zur Flüchtlingsthematik.
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Urlaubszeit ist Lesezeit. Da schafft auch ein Langsamleser wie ich einiges. Bisher in diesem Sommer drei Romane, einer davon ein dicker Schinken. Aber eins nach dem anderen.
„Zwischenspiel“ von Monika Maron
Ruth will zur Beerdigung von Olga. Olga ist die Mutter von Ruths früherem Lebensgefährten und die Großmutter von Ruths erwachsener Tochter. Eine rückwärts fliegende Wolke führt zu einer Sehstörung und öffnet die Tür zum Zwischenspiel. Den Friedhof verfehlt Ruth, stattdessen findet sie sich in einem unbekannten Park wieder. Dort begegnet sie stückchenweise ihrer Vergangenheit – und einem anhänglichen Hund.
„Zwischenspiel“ beschäftigt sich mit Verantwortung, Schuld, und der Frage, ob es immer eine Wahl zwischen Richtig und Falsch gibt – oder ob man nicht manchmal nur das eine oder das andere Falsche tun kann. Monika Marons heiterer Ton und ihre Ironie unterstreichen die Tragik, die in Lebensläufen liegen kann.
„Der Sommer ohne Männer von Siri Hustvedt
Die New Yorker Lyrikerin Mia erleidet einen Nervenzusammenbruch, als sich die von ihrem Mann eingeforderte Ehe-Pause als seine deutlich jüngere Kollegin entpuppt. Mia beschließt, für den Sommer in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Dort verbringt sie viel Zeit mit ihrer rüstigen Mutter und deren fidelen Freundinnen, gibt einen Lyrik-Sommerkurs für pubertierende Schülerinnen und freundet sich mit ihrer Nachbarin an. Der Sommer ohne Männer gibt Mia Raum, wieder zu sich selbst zu finden.
Mit Witz, Leichtigkeit und intellektuellem Anspruch erzählt Siri Hustvedt Mias Geschichte; manchmal auch mit einem Anflug von Kitsch, der im für mich verzeihbaren Umfang bleibt.
„Das gefrorene Herz“ von Almudena Grandes
Mit 940 Seiten das mit Abstand dickste der drei vorgestellten Bücher. „Das gefrorene Herz“ ist Liebesgeschichte, Familiengeschichte und spanische Geschichte in einem. Álvaro verliebt sich leidenschaftlich in die geheimnisvolle Raquel. Die Familien der beiden sind miteinander verwoben, standen im Lauf der Geschichte jedoch auf unterschiedlichen Seiten, vom spanischen Bürgerkrieg über die Franco-Diktatur bis heute. Als Álvaro erfährt, dass der Wohlstand seiner Familie in einem Verrat seines Vaters an Raquels Familie gründet, gerät seine Welt vollends aus den Fugen.
Almudena Grandes versteht es, die große und die kleinen Geschichten packend zu erzählen. Dabei muss die Leserin aufmerksam bleiben, denn Sprünge zwischen Zeitebenen sind häufig – und bringen Spannung. Die letzten 70 Seiten sind im Gegensatz dazu wenig einfallsreich geschrieben, dies trübt das Gesamterlebnis jedoch kaum.
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Am letzten Urlaubstag der Höhepunkt, im wahrsten Sinne des Wortes: Eine herausfordernde Bergwanderung entlang der drei höchsten Berge Madeiras. Vom Pico do Arieiro an der Flanke des Pico das Torres vorbei zum Pico Ruivo. Für einen Indoor-Menschen wie mich ein echtes Abenteuer. Bei einem sehr steilen Aufstieg fürchtete ich, meine Kräfte würden mich verlassen…
Von dieser einen kritischen Phase abgesehen war es eine ganz wunderbare Tour. Die Anmut der Berglandschaft lässt den Wanderer ehrfürchtig staunen. Teils geht man oberhalb der Wolken, dann wieder mitten hindurch, um gleich darauf in den strahlenden Sonnenschein zu treten.
Wir hatten Glück mit dem Wetter und konnten grandiose Ausblicke genießen. Der Schweiß hat sich gelohnt! Ein würdiger Abschluss eines herrlichen Urlaubs. Mehr Worte will ich nicht machen. Die Fotos sprechen für sich.
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Nach vier Nächten in Funchal wechselten wir unseren Standort von Süd nach Nord. Das Hotel Quinta do Furão liegt nahe Santana direkt an der Küste, umgeben von hauseigenen Weinbergen und Kräutergärten. Für alle, die Ruhe, Natur, einen spektakulären Blick aus dem Zimmer und hochqualitatives Essen schätzen, sind das Hotel und sein Restaurant allein schon eine Reise wert.
Selbstverständlich stehen im Restaurant die beiden Klassiker der madeirischen Küche auf der Karte: Espada, der schwarze Degenfisch, mit Banane in Maracuja-Sauce. Und Espetada, würzige Rindfleischstücke am Spieß gegrillt. Beides wärmstens zu empfehlen! Immer passend ist ein leicht gekühltes Gläschen Madeira-Wein, in der trockenen Variante als Aperitif und in einer süßeren zum Abschluss.
Der Ort Santana ist bekannt für seine traditionellen strohgedeckten Häuser (casas de colmo), die heutzutage fast ausschließlich als Fotomotiv für Touristen jeglicher Couleur dienen. Mit viel Geduld schafft man es, die Häuser ohne posierende Menschen zu fotografieren.
Aussichtsreich und anstrengend ist der Küstenweg von der Quinta in Richtung Ponta da São Jorge. Erst geht’s etwa 300 Meter runter… und auf dem Rückweg wieder rauf. Gut, dass in der Quinta gegen Abend frisch gebackene Kekse auf die Zimmer gebracht werden. Die zuckern erschöpfte Wanderer wieder auf.
Der Norden Madeiras ist rauer als der Süden: Hier weht der Wind, die Wellen sind wilder, Wolken ziehen durch, und es regnet etwas mehr.
Eine Fahrt an der Nordküste entlang sollte man nicht verpassen: Steile Klippen, zahlreiche Wasserfälle, üppig Blühendes und Grünendes sowie pittoreske verschlafene Dörfer sind gute Beute für die Kamera. Spaziergänge lohnen sich in São Vicente und Porto Moniz. Letzteres ist besonders beliebt bei Badegästen wegen der großen natürlichen Lavapools.
Die Schönheit der Natur und die Freundlichkeit der Madeirer sind unbestritten. Leider ebenso unbestritten sind die wirtschaftlichen und sozialen Probleme Portugals und damit auch Madeiras: Sehr niedrige Löhne, hohe Arbeitslosigkeit, Abwanderung junger Leute, Armutsgefahr bei Älteren. Auch im Urlaub, trotz Entspannung und Genuss, sollte man sich dieser Tatsachen bewusst sein.
Veröffentlicht unter Futter für Geist und Seele
Unter dem Stichwort Levada ist auf Wikipedia zu lesen:
Levadas sind künstliche Wasserläufe auf der portugiesischen Insel Madeira, mit denen Wasser aus den niederschlagsreicheren Gebieten im Norden und im Zentrum der Insel zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten im Süden geleitet wird. Da dabei zum Teil große Strecken überwunden werden müssen, verläuft ein Großteil der Levadas mit nur sehr geringem Gefälle. Dafür überwinden diese Wasserwege Täler und Berge, durchqueren Tunnels, kreuzen natürliche Wasserläufe und führen auch über Brücken.
Heute werden die Levadas außer zum Transport des Wassers vor allem touristisch genutzt. Auf den neben dem Wasser verlaufenden Pfaden sind an vielen Orten Wanderwege ausgeschildert.
Ich war da und kann bestätigen: Genau so ist es!
Insgesamt vier Levada-Wanderungen haben wir unternommen, und alle Wege haben ihre Besonderheiten, die sie jeweils reizvoll machen.
Sehr beliebt sind die Levada-Pfade auf dem Hochplateau Paul de Serra rund um Rabaçal. Eine „klassische“ Tour: Zum Risco-Wasserfall und den 25 Quellen. Der Weg zu den 25 Fontes hat Schwindelpotenzial, glücklicherweise sind enge und steile Stellen entweder gesichert oder die Levada-Mauer bietet ausreichend Halt – wichtig vor allem für den Kopf.
Ebenfalls nahe Rabaçal: Die Levada do Alecrim. Hier eröffnen sich schöne Blicke über die Hochebene und an die Südküste – oder Wolken und Nebel sorgen für mystische Atmosphäre. Auf diesem Weg kommt es schon mal vor, dass die eine oder andere Kuh den Levada-Weg mitbenutzt. Empfehlung: Der Kuh stets den Vortritt lassen und eventuelle Hinterlassenschaften umgehen.
Ortswechsel: Der Weg zum „grünen Kessel“ (Caldeirão Verde) bei Queimadas führt unter alten Lorbeerbäumen entlang und wird im Verlauf immer schmaler. Vertrauenswürdige Stahlseilsicherungen an den steil abfallenden Abgründen verhindern Ängste, trotz durchaus regen Wander-Gegenverkehrs. Imposante Ausblicke sind garantiert, eine Taschenlampe für die vier Tunnels ein Muss.
Deutlich ruhiger ist die Levada do Rei. Auf dem Weg zum „schönen Fluss“ (Ribero Bonito) gibt es dicht-waldige Stellen mit magisch baumgrünen Licht. Höhepunkt: ein Wasserfall, hinter dessen Strahl man durchlaufen muss => je schneller, umso weniger nass.
Fazit: Levada-Wanderungen sind wegen der fehlenden Steigungen körperlich wenig anstrengend. Wunderbar und vielfältig ist die Natur, in die man eintaucht. Und die engen Pfade, Tunnels und Wasserfälle sorgen für einen Schuss Abenteuer.
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Madeiras Hauptstadt Funchal liegt im sonnigen Süden, und dort gibt es noch weitere interessante Orte.
Monte liegt oberhalb von Funchal und die beiden gehen fürs Auge nahtlos ineinander über. Der aussichtsreichste Weg nach Monte ist die Kabinenseilbahn (Teleférico), deren Talstation im Osten von Funchals Altstadt liegt. Nach gut 15 Minuten beschaulicher Fahrt ist man oben angekommen und es sind nur ein paar Schritte zum Tropischen Garten.
Dessen weitläufige Anlage mit verschiedensten Bäumen, Büschen, Blumen und diversen Kunstgegenständen lädt zum erholsamen Flanieren ein. Die Luft ist angenehm frisch und kühl im Vergleich zum trubeligen Funchal, auf das man einen schönen Blick hat.
Auf der Rückfahrt mit der Teleférico saßen vier Schweizer mit uns in der Kabine, die sehr darüber gestaunt haben, wie es nur möglich ist, so viele Häuser an die steilen Hänge zu bauen. Diese Bergvölker!
Etwa 7 km westlich von Funchals Hotelzone liegt der Küstenort Câmara de Lobos. Der Fußweg dorthin ist einfach, man geht größtenteils auf einem recht neu angelegten Promenadenweg am Strand entlang. Câmara de Lobos ist ein Fischerort, der seine besten Zeiten leider hinter sich hat. Die kleine Hafenbucht ist immer noch hübsch anzusehen und hat eine gewisse Berühmtheit dadurch erlangt, dass Winston Churchill sie bei einem Besuch 1950 gemalt hat. Das kann nun wahrlich nicht jedes Fischerdorf von sich behaupten!
Von Câmara de Lobos aus schaut man auf das Cabo Girão, Europas höchste Steilklippe. 580 Meter geht es nach oben bzw. nach unten, je nachdem, wo man sich befindet. Ein neu gebauter Skywalk auf dem Cabo Girão ermöglicht schwindelerregende Blicke senkrecht nach unten. Als wir oben waren, war das Wetter recht trüb – beeindruckend war die Aussicht natürlich trotzdem.
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Selten habe ich ein Urlaubsziel als so abwechslungsreich empfunden wie Madeira. Deswegen erfolgt die Berichterstattung in mehreren Teilen. Heute: Funchal.
Madeiras Hauptstadt Funchal liegt im sonnigen Süden der Insel und hat laut Reiseführer 112.000 Einwohner. In der Hotelzone Funchals gibt es gefühlt genauso viele Hotels und ungefähr noch einmal so viele Minibusse, die unablässig Gruppen von Touristen abholen oder anliefern. Allzu grässliche Bettenburgen habe ich nicht gesehen. Entweder es gibt sie nicht oder sie bleiben in der hügeligen Topographie verborgen. Am Rand der Hotelzone findet man kleinere Hotels mit familiärer Atmosphäre und in Laufweite davon ausreichend Restaurants, in denen man zu vernünftigen Preisen gut und in Ruhe essen kann.
Die „echte“ Stadt hat alles, was man erwartet: Einen Hafen samt großzügiger Promenade, eine Fußgängerzone mit Läden, Cafés und Restaurants, eine Kathedrale und kleinere Kirchen, Plätze mit repräsentativen Gebäuden, eine traditionsreiche Markthalle, einen gepflegten Park, alte Festungsanlagen.
Im Fischerviertel Santa Maria wurden nach Verwüstungen durch schwere Regenfälle im Jahr 2010 zahlreiche Hauseingänge künstlerisch gestaltet. Doch Vorsicht: Wer stehen bleibt, um zu fotografieren, wird sogleich in ein bis mehrere Restaurants zum Verweilen eingeladen. Zur Erholung vom Trubel findet man auch stillere Orte, zum Beispiel die Quinta das Cruzes, ein altes Herrenhaus mit schönem Garten samt archäologischer Artefakte.
Funchal ist eine quirlige Stadt, die sich trotz des Tourismus den Charme einer südlichen Hafenstadt bewahrt hat. Ein idealer Startpunkt, um ins Lebensgefühl Madeiras einzusteigen.
Veröffentlicht unter Futter für Geist und Seele