Archiv der Kategorie: Gedanken aus der Besteckschublade

Frühlingswald

Ein Wald vor der Haustür ist etwas Wunderbares. Er ist nicht sonderlich spektakulär, aber zauberhaft im Kleinen.

Jetzt, mitten im Frühling, blühen nicht nur die Lupinen, die Nadelbäume sprießen hell und die Blätter und das Gras werden langsam saftig.

Es duftet anders als noch vor ein paar Wochen und wenn man den Vogelgesängen lauscht, verschwindet das leise Rauschen der Zivilisation.

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Waldspaziergang

Beim Spaziergang im Wald

Zeigt sich die Natur
Unbeeindruckt
Von Kriegen, Populismus, Ignoranz

Einzig dem Sturm
Hat sie Tribut gezollt

Trotzdem:
Der Frühling kommt

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Jahreswechsel in Regensburg

Der Jahreswechsel ist für mich ein magischer Moment, diesmal verbracht in der mittelalterlichen Altstadt Regensburgs, im wunderschönen Hotel und Restaurant Orphée.

Trotz aller Krisen, Kriege und Verwerfungen wünsche ich allseits ein gutes neues Jahr mit glücklichen Erlebnissen und gelungenen Unternehmungen!

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Vierzehn versus Vierzig

Mit 14 fand ich es peinlich, ungeschminkt aus dem Haus zu gehen. Mit 40 trage ich Make-up im Büro und beim Ausgehen, aber zum Bäcker gehe ich am liebsten ungekämmt.

Mit 14 hegte ich eine leidenschaftliche Abneigung gegen Mützen. Außer Sichtweite meiner Mutter wanderte die Mütze sofort in die Schultasche. Mit 40 trage ich sehr gern die schwarze Mütze, die meine Mutter für mich gehäkelt hat.

Mit 14 hatte mich das Michael-Jackson-Fieber fest im Griff: Poster, Platten, Konzert, Sammlung von Artikeln, Fotos, Schnipseln. Mit 40 begeistern mich noch einige seiner Songs und ich finde es schade, dass er kein langes glückliches Leben hatte.

Mit 14 war ich höchst unsicher auf dem Fahrrad und gab mir viel Mühe, Radfahren zu vermeiden. Mit 40 ist das Fahrrad mein allerliebstes Fortbewegungsmittel und ich benutze es fast jeden Tag.

Mit 14 begann ich meine erste und einzige Diät. Sie wurde nach etwa fünf Stunden jäh durch ein Stück Schokoladenkuchen bei der Geburtstagsfeier einer Schulfreundin beendet. Mit 40 fände ich es nett, ein paar Kilo weniger zu wiegen, aber Diäten sind dämlich. Stattdessen esse ich lieber frisch und fair.

Mit 14 sprossen die Pickel, Falten waren fern. Mit 40 finde ich immer noch Pickel und fast keine Falten. Ich halte das für einen guten Deal.

Mit 14 litt ich an Arachnophobie. Mit 40 fürchte ich mich immer noch vor Spinnen. – Eine Konstante im Leben braucht schließlich jeder.

Glaube und Vertrauen

Die entscheidende Situation kam damals, in der 11. Klasse, vor über 20 Jahren. Im Katholischen Religionsunterricht bei Herrn M., einem kleinen, runden und herzensguten Menschen, sollten wir das Glaubensbekenntnis auswendig lernen, um es aufsagen zu können. Ich sollte also meinen Glauben an Gott, seinen Sohn Jesus Christus und den Heiligen Geist laut bekennen. Das konnte ich nicht.

Natürlich hätte ich die Worte lernen können, aber laut vortragen, dagegen sperrten sich Kopf und Körper. Es wäre eine Lüge gewesen. Ich glaubte nicht an den Gott der Katholischen Kirche. Den Heiligen Geist hatte ich nie begriffen. Einzig Jesus konnte ich etwas abgewinnen, durch Sätze wie: „Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ Doch ernsthaft zu glauben, dass Jesus von einer Jungfrau zur Welt gebracht worden war, das war für mich unmöglich.

Mit Voranschreiten der Pubertät war mein christlicher Glaube bereits ordentlich ins Wanken geraten. Wir Frauen sollten also schweigen. Wir waren grundsätzlich schlecht, alle, von Natur aus. Wir waren Schuld an der Vertreibung aus dem angeblichen Paradies, weil wir nach Erkenntnis strebten. Erkenntnisgewinn war also verwerflich?

Das angeordnete Aufsagen des Glaubensbekenntnisses war der Windhauch, der das Kartenhaus zum Einsturz brachte. Mein Wechsel vom Religions- in den Ethikunterricht funktionierte problemlos. Aus der Kirche ausgetreten bin ich dann später. Bisher ohne Bedauern.

Geprägt von christlichen Werten und der christlichen Kultur bin ich natürlich dennoch und auch das bedaure ich nicht.

Auf Reisen besuche ich gerne Kirchen und das nicht nur aus kunsthistorischem und ästhetischem Interesse, ich finde dort meist Ruhe und manchmal sogar spirituelle Energie. Und es gibt noch einen sehr persönlichen Grund für die Kirchenbesuche: meine Großmutter.

Bei ihr habe ich als Grundschulkind viel Zeit verbracht, sie hat mittags für mich gekocht. Meine Großmutter hat mir immer das Gefühl gegeben, angenommen und geliebt zu sein. Sie war stolz auf ihr erstgeborenes Enkelkind und das hat sie stets alle wissen lassen. Meine Großmutter war nicht streng religiös und auch keine regelmäßige Kirchgängerin, aber gläubig war sie. Oft hat sie mir erzählt, wie sie in schweren Zeiten – und davon hatte es sicherlich viele gegeben – die Heilige Maria um Hilfe und Beistand gebeten hatte. Und danach ging es besser – oder zumindest ging es weiter.

Im Juni 2002 starb meine Großmutter und seitdem entzünde ich auf Reisen in Kirchen, in denen es möglich ist, eine Kerze, am liebsten am Marienaltar.

Meine Großmutter hat Maria vertraut und wurde nicht enttäuscht. Sie hat sich bei Maria sicher gefühlt. Und ich habe mich bei meiner Großmutter sicher gefühlt. Dafür bin ich ihr unendlich dankbar. Die kleinen Lichter sind mein Zeichen dafür.

Grandios: Zu Besuch bei EMMA

Vorab: Ja, ich bin begeisterte EMMA-Leserin. Ja, ich bin Feministin, denn ich wünsche und fordere, dass Frauen und Männer gleiche Rechte und Chancen erhalten. Nein, ich bin keine frigide Männerhasserin. Ich schätze viele Männer, insbesondere meinen Liebsten. Hosen haben wir beide an und Pantoffeln besitze ich nicht.

EMMA ist anders als andere Magazine. EMMA will wirklich wissen, wer sie liest und was diese Menschen zu sagen haben. Deswegen hat EMMA vor einigen Monaten zu einem Besuch in die Redaktion eingeladen. Abonnentinnen und Abonnenten konnten sich per Mail „bewerben“; zwölf davon sollten ausgewählt werden. Natürlich habe ich mitgemacht!

Am Ende wurden alle eingeladen, die geschrieben hatten, es sei unmöglich gewesen, zu entscheiden, wer kommen dürfe und wer nicht. Fabelhaft!

Am Freitag war es soweit: Köln, Rheinauhafen, Bayernturm, 14.00 Uhr. 66 Leserinnen und 3 Leser treffen auf die EMMAs. Alice Schwarzer und ihr kleines, feines Team begrüßen und stellen das Programm vor.

Erster Eindruck von Alice (der sich im Verlauf bestärkt): Authentisch, offen, humorvoll, unaufgeregt, leidenschaftlich, begeistert von ihrem Team und ein Teil davon, das Gegenteil von wichtigtuerisch. Das Kernteam ist sehr klein und verdient daher umso mehr Respekt für die professionell-fundierte Arbeit am Magazin.

Das Programm: Eine Führung durch den FrauenMediaTurm (Universalarchiv zur Geschichte von Frauen, ganz oben im Turm, nach Anmeldung offen für alle Interessierten), ein Blick hinter die Kulissen in der Redaktion (im zweiten Stock des Turmes), anschließend große Frage- und Gesprächsrunde mit allen EMMAs. Spätestens hier wird klar: Die Besucherinnen und Besucher sind ganz unterschiedlich, leben in ganz unterschiedlichen Strukturen und stehen vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen. Das macht die Sache spannend!

Danach Buffet: Keine überteuerten Mini-Häppchen, von denen kein Mensch satt wird, sondern knusprige Brötchen, ordentlich Wurst und Schinken, auch Käse, dazu Weißwein und ein Fass süffiges Kölsch. Selbst eingekauft, selbst aufgebaut. Wunderbar.

Ich lerne interessante Menschen kennen, führe lustige und ernste Gespräche, tausche Kontaktdaten aus und nutze die Gelegenheit, eine persönliche Zeichnung von Cartoonistin Franziska Becker zu bekommen. Auf dem Heimweg ins Hotel fühle ich mich beflügelt.

Danke, EMMAs, für dieses grandiose Erlebnis!

    

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Jetzt wird gezwitschert!

Trendsetter bin ich keinesfalls. Vom Early Adopter bin ich auch weit entfernt. Mit meiner Registrierung bei Twitter letzte Woche rutsche ich vielleicht noch in die Gruppe der Späten Mehrheit oder bin ich gar schon Nachzügler?

Wie auch immer, ich zwitschere nun mit. Und gelobe hiermit, mir stets Mühe zu geben, nicht ins absolut Belanglose abzugleiten, höchstens ins Banale.

Wer will, findet mich auf Twitter unter Seelenflügel, @seelenzwitscher

Galerie

Ein Samstag in München oder: Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß wie Wolken schmecken

Diese Galerie enthält 27 Fotos.

Glücklicherweise ist München so groß, dass man feierwütige Fußballfans umgehen kann, wenn gewünscht. Wir haben gestern bei schönem Frühlingswetter erst ein ausgiebiges englisches Frühstück genossen und danach den Schlosspark Nymphenburg und den botanischen Garten erkundet. Die letzten Tulpen blühen, die … Weiterlesen

Citius, altius, fortus oder: Wenn nicht anschauen alles ist

Der so genannte olympische Gedanke „dabei sein ist alles“ wird im Umfeld der derzeit in Szene gesetzten Putin-Show gerne zitiert und viel beschworen.

Dabei lautet das offizielle olympische Motto „citius, altius, fortus“, also „schneller, höher, stärker“. (Quelle: Wikipedia)

Das passt auch viel besser: Homosexuelle und andere lästige Gruppen werden noch schneller mundtot gemacht, Kosten samt Korruptionszahlungen sind noch höher, Natur wird noch stärker zerstört als sonst. Kaum eine Irrsinnigkeit wird ausgelassen.

Und obwohl in deutschen Medien durchaus kritisch berichtet wurde und wird, ist nun doch das Medaillenfieber ausgebrochen. Die Sportler dürfen schließlich nicht dafür bestraft werden, dass allenthalben Geldgier und Intoleranz regieren. Natürlich nicht.

Ich habe mich dafür entschieden, die Wettbewerbe weder anzusehen noch deren Berichterstattung zu verfolgen. Das ändert zwar an der Sache nichts, fühlt sich für mich aber konsequent und ehrlich an.

Und wenn das in Zukunft ausreichend viele Leute tun, hat der inoffizielle olympische Gedanke vielleicht irgendwann einmal eine Chance, aus den Ruinen der Gigantomanie hervorzukriechen.

Die Süddeutsche berichtet heute übrigens über eine weitere Geschmacklosigkeit: Rüge des IOC gegen Norwegen. Trauern passt halt nicht ins Bild der Fröhlichkeit…

Happy New Year!

Das neue Jahr hat begonnen. Aller Voraussicht nach bleibt auch 2014 die Welt schön, aber schlecht und die Menschen viele, aber dumm. Dennoch und gerade deswegen wünsche ich allen Lesern ein gutes neues Jahr.

Zum Jahresanfang denken sich nicht wenige Leute gute Vorsätze aus, die oft gebrochen werden noch bevor sie sauber formuliert sind.

Ich persönlich will in diesem Jahr mehr anpöbeln (vor allem andere Radfahrer, die sich nicht situationsgerecht verhalten). Man ist ja meist viel zu höflich zueinander…

Weitere Anregungen finden sich in der Geschichte Maskentag, die übrigens überhaupt gar nicht autobiographisch ist.

Happy New Year!

P.S.: Mein zweiter Vorsatz für 2014: Nicht immer alles so ernst nehmen! 🙂