Reise in die Vergangenheit

Bei der Hochzeit eines engen Freundes aus Schulzeiten letzten Freitag habe ich einige liebe Leute nach vielen Jahren wiedergesehen. Darauf hatte ich mich richtig gefreut – und es war genau so schön, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es ist spannend, Menschen zu treffen, die einem vor Langem nahe gestanden haben und die man aus den Augen verloren hatte.

Dadurch, dass alte Geschichten und Situationen erzählt werden, leben versunkene Bilder und Gefühlswelten wieder auf. Das ist ein bisschen so, wie sich selbst zu treffen, wie man früher einmal war.

Ähnlich ging es mir, als ich für den Urlaub die Musikauswahl auf meinem mp3-Player aktualisiert habe. Ich habe ein paar uralte CDs in die Hand genommen und Lieder kopiert, die ich Mitte der Neunziger oder noch früher gehört habe. Und auch hier der Effekt: die eigene Vergangenheit lebt auf und wirkt ein zartes Band in die Gegenwart.

Das hat nichts mit Früher-war-alles-besser-Nostalgik zu tun. Vielmehr mit der Würdigung des eigenen Lebensweges. Einer der Vorteile am Älterwerden ist ja, dass man eine eigene Vergangenheit hat, aus der man für die Gegenwart und Zukunft schöpfen kann.

Ich erinnere mich an Dinge, die mir früher wichtig waren, für die ich mich eingesetzt habe, über die ich mich selbst und andere definiert habe. Über einige kann und muss ich heute lächeln – aber andere schätze ich immer noch wert, sie sind nur ins Hintertreffen geraten im Strudel der zunehmenden Alltagsverpflichtungen.

Doch gerade in Zeiten der Veränderung ist es wertvoll, sich an ganz Altes zu erinnern. Es hilft, sich auf den Kern der eigenen Werte rückzubesinnen und gibt ein Stück von dem Halt und dem Urvertrauen ins Leben, die man braucht und nach denen man sich sehnt.

 

Neuer Versuch

Okay, mich hat das neue Theme auch nicht überzeugt. Die Textspalte war so schmal im Vergleich zur roten Fläche rechts… und diese war dadurch etwas erschlagend…

Nun ein neuer Versuch, mit dem ich selbst auf Anhieb viel glücklicher bin. Ich wollte zwar am liebsten was in rot, aber man kann eben nicht alles haben. 🙂

Gute Nacht!

Hui…

Neues Theme in einer spontanen Nacht-ohne-Nebel-Aktion.

Sehr ungewohnt… Let’s see…

LEeecht am Ende des Tunnels

Aus der Hoffnung wird langsam Gewissheit: Es gibt ein Leben außerhalb der Arbeit! Mein Arbeitspensum liegt immer noch über dem Soll, aber allmählich nimmt es erträgliche Ausmaße an. Und was noch wichtiger ist: der Druck verhält sich ebenso.

Das Beste: Der Korsika-Urlaub ist inzwischen in greifbare Nähe gerückt. Meine Hauptaufgaben dort: Lecker essen, lange ausschlafen, die Gegend anschauen, lesen und natürlich auch schreiben. Darauf freue ich mich besonders, denn die letzten Wochen habe ich keine einzige Zeile zustande gebracht…

Ziel ist, die Kamron 2 Geschichte in einer Grobfassung zu Ende zu bringen und möglichst noch mit der ersten Runde Feinschliff zu beginnen. Hervorragenderweise steht mir in diesem Urlaub auch ein digitales Eingabegerät für meine kreativen Schübe zur Verfügung. Der geneigte Leser erkennt es an der Überschrift dieses Beitrags.

Und neben Kamron fällt auf der Insel bestimmt noch die eine oder andere Anregung für Blog-Einträge ab. Vive la France! Ich freu mich schon. 🙂

Alles Käse? Eben nicht…


Neulich beim Zappen: ein Bericht im ZDF. Thema: Analog-Käse. Analog-Käse?  Ein „preiswertes Gemisch aus Pflanzenfett, Milchpulver und Geschmacksverstärkern“ (Heise). Was fehlt, ist das Milchfett, also die frische Milch.

 

Bei Lebensmittelherstellern ist dieses Käse-Imitat sehr beliebt: Zum einen ist es deutlich billiger als echter Käse, weil Pflanzenfett viel weniger kostet als Milchfett. Zum anderen ist das Zeug auch noch besser verarbeitbar, weil es doppelt so hohe Temperaturen aushält, bevor es anbrennt. So kann Tiefkühlpizza doppelt so schnell gebacken werden, mit einer entsprechenden Steigerung der Produktionszahlen.

 

Käse-Imitat muss nicht gekennzeichnet werden, aber man darf es auch nicht „Käse“ nennen, sagen die deutsche Käse-Verordnung und eine EU-Verordnung. Da nimmt es der Handel aber nicht so genau…

 

Resultat: Es ist nicht alles Käse, was gelb ist und sich in die Länge zieht… Wer weiß, wie oft ich schon den Kühen gedachte, die für mein Käsebrötchen gemolken werden mussten – und dann war die Kuh in Wirklichkeit ein Korn…

 

Ich bin nicht ganz schlüssig, was ich von der Sache halten soll… Ist auf jeden Fall einmal mehr eine schräge Geldmacherei mit Lebensmitteln…

 

Vielleicht ist es vom Prinzip her aber gar nicht so schlecht. In meiner Vegetarier-Zeit war ich stets angetan, wenn ich ein tierisches Produkt durch ein gleichwertiges pflanzliches ersetzen konnte. Kann der Pflanzen-Käse Tiere vor Massenhaltung retten? Wird dadurch gar die CO2-Bilanz verbessert und die globale Erwärmung gestoppt? 

 

Jedenfalls möchte ich gerne wissen, was ich zu mir nehme. Das ist offensichtlich durch die Gesetzgebung nicht sichergestellt. Was kann man tun? Bewusst und hochwertig einkaufen und möglichst auf Fertigkram verzichten.

 

Damit steigt zumindest die Chance, dass man tatsächlich das isst, was man glaubt zu essen. Und vielleicht sollte man bei der nächsten Bestellung beim Italiener auch einfach nachfragen, ob denn echter Käse verwendet wird. Das garantiert natürlich keine ehrliche Antwort, aber schaden kann es auch nicht.

 

Weitere Info:

http://www.heise.de/tp/blogs/6/136527

 

http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/10/0,1872,7552586,00.html

Von turbulenten Zeiten, überschrittenen Grenzen und wie man überlebt


Mein Leben besteht im Moment nahezu ausschließlich aus Veränderung und Stress – sowohl arbeitstechnisch als auch privat.

 

Die Liste ist lang; fangen wir im Job an: Viele wichtige Kollegen verlassen die Firma; mein eigenes Arbeitspensum und der Leistungsdruck sind dadurch so hoch wie nie; anderen Kollegen geht es ganz genauso; gleichzeitig müssen wir unsere Arbeitsabläufe grundsätzlich an die neue Lage anpassen; und selbstverständlich ist es auch ein persönlicher Verlust, der emotional verarbeitet werden will, wenn jemand nach Jahren enger Zusammenarbeit geht.

 

Privat geht es auch rund: Meine Mitbewohnerin zieht aus; diverser Orga-Kram, Entrümpeln und Möbel-Tragen stehen also an. Im Sommer zieht dann mein Freund ein. Das ist natürlich klasse; wir können die Wohnung neu gestalten und es uns richtig schön machen, aber auch dadurch entsteht Stress, wenn auch positiver.

 

In Summe führt die Situation zu schlechtem Schlaf, schwankender Stimmung und der Unfähigkeit zu entspannen. Der Job hat sich in meinem Kopf so breit gemacht, dass für andere Dinge kaum Platz ist; meine Kreativität ist gelähmt; meine Zuversicht weitgehend ausgeschöpft. Manchmal würde ich am liebsten weglaufen und nie mehr wiederkommen.

 

Aber ich bleibe und gebe mein Bestes. Warum? Sicher auch aus Pflichtbewusstsein und persönlichem Ehrgeiz. Das ist aber nicht alles. Zwei weitere Dinge kommen dazu.

 

Erstens: die Menschen, mit denen ich arbeite. Es ist immer wieder eine Freude, gemeinsam im Team ein hervorragendes Ergebnis zu schaffen. Und zu merken, dass diese Ergebnisse im Lauf der Zeit immer besser und einzigartiger werden. Das klingt vielleicht hochtrabend – aber ich empfinde das tatsächlich so. Es tut auch gut, wenn Kollegen, die nicht direkt mit mir im Team arbeiten, ein offenes Ohr für meine Sorgen und Nöte haben. Auch ganz wichtig: sich der Unterstützung der Chefs sicher sein zu können. Glücklicherweise ist auch das gegeben. Zu den tollen Leuten im Job gesellen sich sehr liebe Menschen im Privatleben, die mir Geborgenheit und Stärke und Ablenkung geben – ohne sie wäre ich aufgeschmissen.

 

Zweitens: die Einsicht, dass die Situation Gelegenheit zur Weiterentwicklung bietet. Veränderung birgt immer die Chance zur Verbesserung. Eingefahrene Handlungsweisen können hinterfragt und neu ausgerichtet werden. Und auf einer persönlichen Ebene: An die eigenen Grenzen zu gehen und auch einmal darüber hinaus, macht bewusst, wo man steht und was man kann. Frei nach dem Motto „was mich nicht umbringt, macht mich stärker“, wächst man daran auch. Ich weiß aber, dass ich die Grenzen gerade zu dauerhaft überschreite und werde mir Mühe geben, einen Gang zurück zu schalten.

 

Mein Fazit, frei nach Alanis Morissette (… was würde ich nur ohne sie tun): Eine harte Zeit grade, und da muss ich durch, aber letzten Endes ist alles fein.

 

Top 3: Geräte, die das Leben schöner machen


Es mag Zeiten gegeben haben, in denen strombetriebene Geräte für Männer schon Spiel und Spaß, für Frauen jedoch bestenfalls Erleichterung im Haushaltsmoloch bedeuteten. Die sind allerdings vorbei! Hier meine 3 liebsten Geräte, die das Leben täglich schöner machen.

 

1. Mein Notebook. Einfach ungeschlagen, vor allem in Kombi mit W-LAN. Die ganze Welt, tragbar, wo ich will. Surfen auf der Couch, Geschichten schreiben auf dem Balkon, Videos gucken im Bett. Ein wahres Wunder, das mich immer wieder verzückt.

 

2. Mein mp3-Player. Musik ist wichtig für mich. Wie großartig es da doch ist, wenn man sie überall mit hinnehmen kann! Zum Sport, auf den Fußweg in die Stadt, auf Reisen, in den Bus. Die Welt ist einfach besser mit Musik.

 

3. Meine Kaffeemaschine. Ja, jetzt geht es doch in die Küchenzone. Aber meine Kaffeemaschine macht Kaffee zum Genießen. Als ich mit 26 das erste ernst zu nehmende Gehalt in Händen hielt, erfüllte sich nach über zehn Jahren der Traum des jederzeit verfügbaren Milchschaums. Hach, auf manche Dinge lohnt es sich zu warten.

 

Manche sagen: You don’t know what you’ve got till it’s gone. Andere sagen: Man will, was man nicht hat. Ich aber sage: Freue dich immer wieder an dem, was du hast. Das macht doch viel mehr Sinn – und Spaß obendrein.

Les loisirs – qu’est-ce que c’est ?


In den letzten Wochen hatte ich ausgiebig Gelegenheit, mein Überstundenkonto zu befüllen. Und in den nächsten Wochen geht’s noch munter weiter so… Der Trost dabei: Es lohnt sich. Ein klasse Team stellt gerade ein hervorragendes Ergebnis auf die Beine.

 

Eine der Folgen meiner drastisch reduzierten Freizeit ist leider, dass die Kamron-Geschichte so gut wie gar nicht voran gekommen ist. Ich hab noch nicht mal den Kopf frei genug, um über die Handlung nachzudenken. Der Zeitplan muss also geschoben werden… um ein bis zwei Monate.

 

Einem langgehegten Ziel bin ich jedoch trotz Stress näher gekommen: Ich habe einen Französisch-Sprachkurs (so mit Lehrbuch und CD dazu) erworben, um meine verschütt gegangenen Kenntnisse aus fünf Schuljahren wieder auszugraben. Ich hoffe, zwei geplante Urlaube in Frankreich dieses Jahr sind Anreiz genug. Alors, on y va !

 

Juan Les Pins

Top 3: Gründe, das Radio auszuschalten


Morgens im Bad höre ich gern Radio. Ich finde es angenehm mit leichter, berieselnder Musik in den Tag zu starten. Klar, es gibt Lieder, die mag ich mehr und andere weniger. Es sind auch immer mal welche dabei, die mir nicht wirklich gefallen. Und dann gibt es noch die, die ich so furchtbar und ärgerlich finde, dass ich das Radio für ein paar Minuten ausschalte, um sie nicht hören zu müssen.

 

Hier meine derzeitigen Top 3 der meistgehassten Lieder im Radio:

 

1. Kid Rock, All Summer Long – Der Song erzeugt bei mir im Kopf das Bild des dumm-arroganten Südstaaten-Amis, der schon morgens Whiskey säuft, auf Frauen steht, die ihre Hirnmasse auf Brusthöhe tragen, und sonntags nach dem Gottesdienst auch mal gern einen N… am nächsten Baum aufhängt. Uagh… da wird mir schlecht.

 

2. Stefanie Heinzmann, My Man Is A Mean Man – Die Sängerin trällert unbeschwert von einem Ekeltypen, der seine Freundin belügt, betrügt und hintergeht, aber sie findet’s in Ordnung, weil er doch ganz und gar ihr Man ist. Aha. Was ist denn das bitte für eine bescheuerte Message für junge Mädchen und Frauen? Betrüblich beschämend.

 

3. Polarkreis 18, Allein Allein – Die Strophen auf Englisch, der Refrain auf Deutsch. Hm. Der aufmerksame Leser weiß, dass ich selbst gerne Deutsch und Englisch mische – als auflockerndes Stilmittel. Das heißt: gezielt und gewollt eingesetzt. Bei dem Song lief es hingegen wohl eher so: Wir brauchen jetzt mal schnell eine eingängige Titelzeile… Mist, auf Englisch fällt uns nix ein… Ach, wären unsere sprachzuständigen Hirnzellen doch nur nicht so allein… allein, allein… Und schon war’s passiert.

 

 

Diese Motz-Tirade ist übrigens der erste Beitrag einer neuen Kategorie: Top 3 des Monats. Darin möchte ich regelmäßig über persönliche Favoriten – oder Anti-Favoriten – meines mannigfaltigen Alltags berichten. Anregungen willkommen.

Das Buch ruht, aber …


… alte Bekannte werden gerade wieder zum Leben erweckt. Kamron, der Wolf, muss ein neues Abenteuer in Moranas magischem Wald bestehen. An der Geschichte arbeite ich seit vier Wochen und ich komme überraschend gut voran. Was sehr gut funktioniert: beim Einschlafen über die Figuren, Handlung, Zusammenhänge nachdenken und dann am Stück aufschreiben, was sich im Kopf schon geformt hatte.

 

Ich setze als Ziel, bis Ende Februar die Rohfassung mit der kompletten Handlung fertig zu haben. Der März und der April sind für den Feinschliff da. Ab Mai wird dann wie zuvor häppchenweise hier veröffentlicht. Realistisch oder kühn? Wir werden sehen.

 

Baeume