Slow down, baby

 

Ich denke viel über mich, mein Leben, meine Ziele und Wünsche nach, viel mehr als irgendjemand anderes, also weiß ich auch am besten, was gut für mich ist und was nicht. Ich höre nicht gern auf andere Menschen. Wenn jemand mit einem guten Rat oder seiner ungefragten Meinung ankommt, muss er je nach Stimmung mit einer mehr oder weniger freundlich formulierten Abfuhr rechnen. Da ich aber auch nicht unendlich arrogant bin, stößt eine Rückmeldung von anderen Leuten so gut wie immer einen Denkprozess an: Hat er/sie vielleicht Recht? Ist doch was Wahres dran?

 

Genau so ist es vor kurzem passiert, als jemand im beruflichen Umfeld sagte, ich sei zu schnell und ungeduldig, ich solle „entschleunigen“. Die Dame hat das Feedback nicht mir allein gegeben, sondern der Gruppe, in der ich mich befand. Meine erste Reaktion: so ein Quatsch aber auch, wie stellt sie sich das vor? Schnelligkeit ist das tägliche Geschäft. Langsam geht gar nicht.

 

Zweite Reaktion: Nachdenken. Mich selbst heute mit mir selbst vor ein paar Jahren, vor ein paar Monaten vergleichen. Und ja, ich bin schneller geworden. Schneller im Sinn von entschlossener und effizienter im Job zu sein, ist auch gut und wichtig. Was mir allerdings zu sehr verloren gegangen ist, ist einen Ausgleich dafür zu schaffen. Ich habe schon immer einen Großteil meiner Kraft daraus gezogen, dass ich in mir ruhe, dass ich bei mir selbst bin.

 

Das ist im Moment oft nicht so – ich renne zu viel. Ich gehe, ich schlendere zu wenig. Und erst recht bleibe ich nirgends stehen, nicht mal für einen Augenblick. Das ist aber manchmal wichtig, um überlegen zu können, wohin man eigentlich will. In diesem Sinne werde ich versuchen, wieder ein Stück langsamer und bewusster zu werden. Wäre doch schade, wenn man am eigenen Leben vorbei hetzt und nichts mitbekommt.

 

 

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