Archiv der Kategorie: Futter für Geist und Seele

Sehr Sehenswert: Jill Bolte Taylor, My Stroke of Insight

Ein beeindruckender TED Talk mit einer fantastischen Botschaft: Alles steckt in den beiden Hemisphären unseres Gehirns und wir entscheiden jeden Tag, wer und was wir sind.

Sensation: Bayer meistert Energiewende!

Manchmal hilft nur Humor, wenn Politik versagt. Kürzlich entdeckt: SchleichFernsehen, eine Sendung des bayerischen Kabarettisten Helmut Schleich (monatlich donnerstags um 21.00 Uhr im Bayerischen Fernsehen, direkt nach quer, das ich schon seit Jahren schätze).

Helmut Schleich schlüpft gekonnt in Charaktere von Helmut Kohl über König Ludwig und Franz-Josef Strauß bis zum – weniger prominenten – Hapflinger-Sepp.

Der Hapflinger-Sepp hat den Durchblick! In der Sendung vom 23.10.2014 erklärt er, wie das mit der Stromversorgung in Bayern klappt, ganz ohne preußische Starkstromstrapse. Das Geheimnis liegt in der Kuh.

Gemächliche Kühe, zäher Nebel und richtig gutes Essen

Langes Wochenende Mitte September in Thiersee in Tirol. Wettermäßig kein Volltreffer: Dauerregen auf der Hinfahrt, vor Ort durchwachsen mit Niesel und Nebel, Sonne erst am Tag der Rückfahrt.

Das Hotel (Juffing) ist seinen Preis wert. Exzellentes Essen, großzügige Zimmer und ein angenehmer Wellness-Bereich. Schöne Landschaft in unmittelbarer Umgebung, theoretisch auch Ausblick nach Aufstieg, der war uns allerdings nicht beschieden. Stattdessen atmosphärischer Nebelwald, in dem man erst die Glocken der Kühe hört, bevor man die stattlichen Tiere sehen kann.

Blauer Himmel montags auf dem Heimweg, Zwischenstopp am Schliersee. Der ist nicht spektakulär, lässt sich jedoch spazierend in zwei Stunden umrunden. Ein schöner Abschluss für ein entspannendes Wochenende.

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Kakao und Konsum: Das Schokoladenmuseum in Köln

Meinen Besuch bei EMMA habe ich zu einem Kurzurlaub in Köln erweitert und dabei auch das Schokoladenmuseum besucht. Das Museum gehört (laut Wikipedia) zu den zehn beliebtesten Museen Deutschlands – der Andrang in der Eingangshalle zeugt davon.

Gegründet wurde das Museum von Hans Imhoff (1922 – 2007), der zunächst eine eigene Schokoladenfabrik aufbaute und später den Stollwerck-Konzern sanierte. Gelegen ist das Schokoladenmuseum im Rheinauhafen, einem schick gestalteten Areal, in dem alte Hafenbauten gelungen mit neuer Architektur kombiniert wurden.

Highlight im Erdgeschoss des Museums: Eine nachgebaute Produktionsanlage, an deren Ende eine Mitarbeiterin kleine Schoko-Täfelchen in Tüten packt. Im ganzen Raum duftet es betörend nach Schokolade. Quelle ist der drei Meter hohe Schokoladenbrunnen, in den eine Mitarbeiterin Waffeln eintaucht und an die Besucher verteilt. Lecker!

Im Stockwerk darüber sind verschiedenste Gussformen ausgestellt – Motive von drollig bis grotesk. Im selben Raum kann man ganz viel Schokolade von Lindt kaufen, muss man aber nicht.

Der weitaus größte Teil der Ausstellung im ersten Stockwerk widmet sich der Geschichte des Kakaos und der Schokolade. Beginnend bei den Maya und Azteken über die Entdeckung durch die Europäer sowie die allmähliche Verbreitung durch alle Schichten in Europa, zunächst als Medizin, später als Genussmittel. Bis hin zu skurrilen Schokolade-Verkaufsautomaten vom Anfang des 20. Jahrhunderts (einige sehen aus wie Standuhren, bei denen das Ziffernblatt vergessen wurde).

Im zweiten Stock findet man diverseste Ausstellungsstücke aus der Historie verschiedener Schokoladenhersteller: Imhoff, Stollwerck, Milka, Lindt, Suchard, etc. Wichtigste Erkenntnis hier: Der Junge auf der Kinder-Schokolade-Packung war tatsächlich nicht immer derselbe, sah aber immer gruselig aus! Gruselig-lustig sind auch die „historischen“ Werbespots für Schokolade, die in einem kleinen Kino-Raum gezeigt werden.

Tipp für einen krönenden Abschluss: Eine heiße Schokolade im Café des Museums. Mir hat der „Geist der Azteken“ gemundet. Der kam scharf-süß mit Chili und Tabasco, und, ach ja, ein ganz klein wenig Tequila und Rum. Zum Wohl!

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Shine and Rain: Erlanger Poetenfest 2014

Am Samstag bester Schönwetterwolkenhimmel, am Sonntag Grau in Grau mit Bindfadenregen. Der Literatur macht das Wetter nichts aus, lediglich auf die wunderbar leichte Schlossgartenatmosphäre mussten die Besucher des Poetenfestes heute verzichten. Die Lesungen und Podiumsdiskussionen fanden im Markgrafentheater statt.

Grundsätzliche Erkenntnisse, einmal mehr bestätigt:

  • Mundartdichtung ist nicht mein Ding, noch nicht mal (schon gar nicht?) in meiner eigenen.
  • Ein lebendiger Vortragsstil hilft enorm, ist aber nicht alles.
  • Vom Programmheft geweckte Erwartungen werden manchmal erfüllt, manchmal übertroffen und manchmal enttäuscht; und das zu etwa gleichen Teilen.

Positiv haften geblieben:

  • Ulrike Draesner: Sieben Sprünge vom Rand der Welt (Mehrgenerationengeschichte einer aus Schlesien vertriebenen Familie)
  • Olga Grjasnowa: Die juristische Unschärfe einer Ehe (junge Autorin mit spannender Lebensgeschichte, 1984 in Baku geboren, 1996 mit den Eltern als Flüchtling nach Deutschland gekommen)
  • Ricarda Junge: Die letzten warmen Tage (Aufarbeitung der deutschen Teilung und Wiedervereinigung in Bezug auf die eigene Familiengeschichte)
  • Lisa Kränzler: Lichtfang (jugendliche Identitätssuche der schwäbischen Provinz)

Leider verpasst: Autorenportrait mit Ulla Hahn, aber ich freue mich sehr auf die nächste Etappe im Leben von Hilla Palm: „Spiel der Zeit“ erscheint im September.

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Grandios: Zu Besuch bei EMMA

Vorab: Ja, ich bin begeisterte EMMA-Leserin. Ja, ich bin Feministin, denn ich wünsche und fordere, dass Frauen und Männer gleiche Rechte und Chancen erhalten. Nein, ich bin keine frigide Männerhasserin. Ich schätze viele Männer, insbesondere meinen Liebsten. Hosen haben wir beide an und Pantoffeln besitze ich nicht.

EMMA ist anders als andere Magazine. EMMA will wirklich wissen, wer sie liest und was diese Menschen zu sagen haben. Deswegen hat EMMA vor einigen Monaten zu einem Besuch in die Redaktion eingeladen. Abonnentinnen und Abonnenten konnten sich per Mail „bewerben“; zwölf davon sollten ausgewählt werden. Natürlich habe ich mitgemacht!

Am Ende wurden alle eingeladen, die geschrieben hatten, es sei unmöglich gewesen, zu entscheiden, wer kommen dürfe und wer nicht. Fabelhaft!

Am Freitag war es soweit: Köln, Rheinauhafen, Bayernturm, 14.00 Uhr. 66 Leserinnen und 3 Leser treffen auf die EMMAs. Alice Schwarzer und ihr kleines, feines Team begrüßen und stellen das Programm vor.

Erster Eindruck von Alice (der sich im Verlauf bestärkt): Authentisch, offen, humorvoll, unaufgeregt, leidenschaftlich, begeistert von ihrem Team und ein Teil davon, das Gegenteil von wichtigtuerisch. Das Kernteam ist sehr klein und verdient daher umso mehr Respekt für die professionell-fundierte Arbeit am Magazin.

Das Programm: Eine Führung durch den FrauenMediaTurm (Universalarchiv zur Geschichte von Frauen, ganz oben im Turm, nach Anmeldung offen für alle Interessierten), ein Blick hinter die Kulissen in der Redaktion (im zweiten Stock des Turmes), anschließend große Frage- und Gesprächsrunde mit allen EMMAs. Spätestens hier wird klar: Die Besucherinnen und Besucher sind ganz unterschiedlich, leben in ganz unterschiedlichen Strukturen und stehen vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen. Das macht die Sache spannend!

Danach Buffet: Keine überteuerten Mini-Häppchen, von denen kein Mensch satt wird, sondern knusprige Brötchen, ordentlich Wurst und Schinken, auch Käse, dazu Weißwein und ein Fass süffiges Kölsch. Selbst eingekauft, selbst aufgebaut. Wunderbar.

Ich lerne interessante Menschen kennen, führe lustige und ernste Gespräche, tausche Kontaktdaten aus und nutze die Gelegenheit, eine persönliche Zeichnung von Cartoonistin Franziska Becker zu bekommen. Auf dem Heimweg ins Hotel fühle ich mich beflügelt.

Danke, EMMAs, für dieses grandiose Erlebnis!

    

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Das Gute liegt oft nah: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

Vor der eigenen Haustür kennt man sich manchmal schlechter aus als in der Fremde. So war ich häufiger im Louvre oder im British Museum als in den Museen im Umkreis… Auch deshalb war der gestrige Besuch im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg spannend.

Die Sonderausstellung „Wege in die Moderne“ (noch bis 21.09.2014) widmet sich dem 19. Jahrhundert und seiner Bedeutung für unsere Zeit. Vieles, was heute zum Alltag gehört, hat dort seine Wurzeln: Medien und Kommunikationsmittel wie Zeitschriften, Fotografie, Film und Telefon. Durch technische Entwicklungen wurden auch Musik und Gesang weithin verfügbar und immer populärer.

Die Weltausstellungen zwischen 1851 und 1910 werden ebenfalls beleuchtet. Als Schaufenster zur Welt waren sie eine Mischung aus nationalistischem Wetteifern und pompösen Vergnügungsmeilen.

Interessante Erkenntnisse:
1.    Werbung gab es damals schon und sie füllte ganze Kataloge; z.B. für Suchard Chocolat, Fleisch-Extrakt von Liebig und rückenschonende Schreibtische, mit dem sicherlich zugkräftigen Argument für eine „militärisch schöne Haltung“.

2.    Sobald etwas erfunden war, wurde gleich manipuliert: So zeigt eine frühe Fotografie einen in Flammen stehenden Louvre samt emsiger Löscharbeiten – eine Fotomontage.

3.    Zeitschriften und tagesaktuelle Presseberichte ermöglichten Frauen den Zugang zu politischen Informationen – ein Bereich, aus dem sie zuvor weitgehend ausgeschlossen waren. Ein wichtiger Katalysator für Emanzipation und Frauenbewegung.

Auch einige Highlights der Dauerausstellung haben wir kennengelernt, bei einer kostenlosen Führung: u.a. den Ezelsdorfer Goldkegel (10.- 09.Jh.v.Chr.), den Heiltumsschrein für die Reichsreliquien (15.Jh.), den Behaim-Globus (um 1492, noch ohne Amerika) und das Bildnis Karls des Großen von Albrecht Dürer (um 1512).

Und es gibt noch viele interessante Dinge, für die wir gestern keine Energie mehr hatten. Die sehen wir beim nächsten Mal!

P.S. Die Fotos sind leider nicht so toll; wenig Licht im Ausstellungsraum und Blitzverbot… einen Eindruck geben sie dennoch.

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Check it out: The Checkout

Zufällig über einen Tweet entdeckt (Twitter ist gar nicht so doof, wie ich lange dachte…): The Checkout.

The Checkout ist eine australische Fernsehreihe der ABC (Australian Broadcasting Company), gestartet 2013. Darin werfen bekannte australische Comedians einen satirischen Blick auf Werbung und Konsumverhalten.

Wer kein australisches Fernsehen empfangen kann, wird über den The Checkout YouTube Channel bedient.

Die Episoden sind kurz und kurzweilig. Besonders gut fand ich:

Gendered Marketing
Gendered Marketing dient nicht nur unverschämter Geldmacherei, sondern trichtert Kindern zudem ausgediente Rollenmodelle ein… Also: Eltern! Großeltern! Onkel und Tanten! Denkt nach, was ihr euren Kindern kauft!

Superfoods
Nein, Lebensmittel haben keine Zauberkräfte. Auch, wenn selbsternannte pseudo-wissenschaftliche Koryphäen das behaupten…

The Price of Convenience
Wer hat heutzutage noch Zeit, eine halbe Stunde lang zu warten, bis der Reis gar ist? Höchstens der eigene Opi…

 

Galerie

Britischer Charme und französisches Flair: Guernsey im Ärmelkanal

Diese Galerie enthält 46 Fotos.

Sensation Seeker sollten lieber nicht hinfahren. Leute, die hingegen Entspannung und Ruhe suchen, die gutes Essen zu schätzen wissen und sich an kleinen Skurrilitäten erfreuen, die sind richtig auf der kaum 80 qkm großen Insel vor der bretonischen Küste. Was … Weiterlesen

Imposant: Das Deutsche Museum in München

Zugegeben, Maschinen sprechen nicht wirklich zu mir. Ich verspüre keinen Drang, herauszufinden, wie sie funktionieren. Auslöser für meinen Besuch im Deutschen Museum war eine Sonderausstellung zu Leonardo da Vinci, den ich als Maler sehr verehre.

Nachdem der Eintritt bezahlt und die Zeit reichlich war, wollte ich dennoch einen kurzen Blick auf die regulären Sammlungen werfen. Nach zwei Minuten war klar: Ein kurzer Blick wird nicht reichen! Es gibt so viel zu sehen und zu bestaunen, selbst wenn man nicht erkunden will, wie alles zusammenhängt und aufeinander wirkt. Der imposanten Ästhetik der Technik konnte ich mich nicht entziehen.

Thematisch ist im Deutschen Museum einfach alles zu finden: von der Schiff- zur Luft- zur Raumfahrt, zur Herstellung und Verarbeitung von Glas, Papier oder Stoffen, zu Fotografie und Film, zur Stromerzeugung, zum Bergbau, zur Robotik, … bis hin zu einem Foucault’schen Pendel. Beeindruckende Ausstellungsstücke, didaktisch ansprechend arrangiert.

Auch mein eigentlicher Besuchsgrund, die Sonderausstellung „Leonardo da Vinci: Vorbild Natur – Zeichnungen und Modelle“ (noch bis 03.08.2014), ist lohnenswert. Dass Leonardo nicht nur gemalt hat, sondern sich auch mit Kriegsmaschinen und Fluggeräten beschäftigt hat, wusste ich bereits. Die Ausstellung lässt mit bemerkenswerten Modellen und leicht aufzunehmender Hintergrundinformation den Ingenieur und Erfinder Leonardo lebendig werden.

Das Deutsche Museum erhält von mir eine uneingeschränkte Besuchsempfehlung, auch für Nicht-Techniker!

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