Archiv der Kategorie: Futter für Geist und Seele

Ohne Reue, ohne Firlefanz: Tori Amos‘ „Unrepentant Geraldines“ & live in München

Am 09. Mai fand nicht nur die Autorenlesung der Grimms-Anthologie statt (Danke an alle Freunde, die da waren!), sondern es ist auch „Unrepentant Geraldines“ erschienen, Tori Amos‘ neues Album.

Die Musik von Tori Amos fühlt sich für mich an, als könnte ich mich bedenkenlos in sie hineinfallen lassen, weil sie mich sanft auffangen wird. Das ist auch beim neuen Album so und das finde ich ganz wunderbar.

Die Songs klingen nach Tori Amos und niemand anderem, gleichzeitig vertraut und neu, eingängig und dennoch spannend, vielschichtig. Meine Lieblingslieder sind „Unrepentant Geraldines“, „16 Shades of Blue“, „Trouble’s Lament“ und „Oysters“. Und „Wedding Day“. Und „Weatherman“. Und noch ein paar andere. 🙂

Hier „16 Shades of Blue“ zum Reinhören.

Schon lange vor Erscheinen des Albums habe ich mir ein Ticket für das Konzert am 10. Juni in München gekauft. Nach fünf Jahren (Sinful Attraction Tour im Berliner Tempodrom) fand ich es an der Zeit, Tori einmal wieder live zu hören. Es hat sich gelohnt! Tori verzaubert den Raum; mit ihrer Präsenz, ihrem Klavierspiel und ihrer Stimme. Mehr braucht es nicht und mehr gibt es auch nicht. Kein aufwendiges Bühnenbild, keine weiteren Musiker.

Hier ein Mitschnitt von „Parasol“, dem Eröffnungssong im Gasteig.

Tori Amos bleibt meine Göttin der Musik. Vollkommen reuelos.

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Ein Samstag in München oder: Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß wie Wolken schmecken

Diese Galerie enthält 27 Fotos.

Glücklicherweise ist München so groß, dass man feierwütige Fußballfans umgehen kann, wenn gewünscht. Wir haben gestern bei schönem Frühlingswetter erst ein ausgiebiges englisches Frühstück genossen und danach den Schlosspark Nymphenburg und den botanischen Garten erkundet. Die letzten Tulpen blühen, die … Weiterlesen

Autorenlesung „Wenn das die Grimms wüssten!“ – Der Countdown läuft!

Liebe Leute, am Freitag, 09.05. um 19:30 Uhr ist es soweit!

Neun Autoren der preisgekrönten art & words Märchenanthologie „Wenn das die Grimms wüssten!“ lesen in der VHS Erlangen – darunter auch ich.

Info und Anmeldung auf der Website der VHS Erlangen.

Ich freu mich!

Flyer Lesung Grimms

 

 

Beeindruckend und inspirierend: Chimamanda Ngozi Adichie

Chimamanda Ngozi Adichie ist Schriftstellerin. Sie wurde 1977 in Nigeria geboren und wuchs dort in der Universitätsstadt Nsukka auf. Mit 19 ging sie in die USA und schloss ein Studium der Kommunikations- und Politikwissenschaft ab. Für ihre Werke hat sie bereits eine Reihe von Auszeichnungen erhalten. Sie lebt heute in den USA und in Nigeria. (Quelle: Wikipedia)

Die 12 Kurzgeschichten in dem Band „The Thing Around Your Neck“ (deutsch: „Heimsuchungen“) spielen teils in Nigeria, teils in den USA und zeigen ganz unterschiedliche Heldinnen. Die Geschichten erzählen von Widrigkeiten und Unrecht, von Tätern und Opfern, von Willenskraft und Stärke, von Wandlung und Hoffnung. Die Sprache ist direkt und einfach im guten Sinn, die Inhalte bewegend und nachfühlbar.

Tief berührt hat Adichie mich, noch bevor ich überhaupt eine Zeile von ihr gelesen habe; nämlich mit ihrem TED Talk „The danger of a single story“.

Sie spricht darüber, wie leicht es passieren kann, dass man von einer Person, einer Familie, einem Volk, einer Nation nur eine einzige Geschichte kennt, nur ein singuläres Bild hat – und darauf basierend alle Urteile über die Betroffenen fällt. Sie fordert dazu auf, sich ein farbenprächtiges Bild zu schaffen und reichlich Geschichten zu hören.

Ein wunderbar humorvolles Plädoyer für Neugier, Offenheit und Vielfältigkeit. Knapp 20 Minuten, die sich wirklich lohnen, allein schon, weil man sich selbst mehr als einmal ertappt fühlt.

Ein bisschen wie Monty Python: „The Grand Budapest Hotel“ von Wes Anderson

Überdreht, skurril und komisch bis zur Albernheit. Der Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale hält, was der Trailer verspricht.

Eine grotesk-lustige Geschichte vor vergnüglich herausgeputzter Kulisse mit einer hochkarätigen Besetzung, der man die Freude an diesem Kunststück anmerkt.

Wer einen tieferen Sinn sucht, könnte enttäuscht werden. Vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall gilt: Entspannt zurücklehnen und einfach mit auf die Reise nehmen lassen. Eine Reise in eine vergangene Welt, die es so nie gegeben hat und an die man dennoch mit einem Schmunzeln bereitwillig glaubt.

Jenseits der Moral: „Die Abenteuer des Joel Spazierer“ von Michael Köhlmeier

Ein 650 Seiten dicker Wälzer mit einer irrwitzigen Lebensgeschichte. Joel Spazierer erlebt Abenteuer für fünf Romane.

Einige Beispiele: Als Kind flieht er aus dem kommunistischen Ungarn nach Österreich, und das zweimal. Er wird entführt und lernt dabei, wie man einen Pass fälscht. Er ist gern gesehener Gast in einer reichen Geschäftsfamilie und wird zum Mörder. Er wandert in den Knast, dealt mit Drogen und mordet wieder. Er bittet um Asyl in der DDR und macht von dort Stippvisiten nach Paris, New York und die Sowjetunion.

Joels Geschichte ist vollgepackt wie das Schicksal einer Seifenopern-Figur und insofern eher nicht realistisch. Das ist meiner Meinung nach gewollt und macht überhaupt nichts. Zimperlich geht es nicht zu; der Leser sollte also etwas vertragen.

Der Protagonist ist kriminell und ohne Reue. Gängige Moralvorstellungen bedeuten ihm nichts. Er lügt, betrügt und blendet. Und erntet dafür oft Anerkennung und Bewunderung. Er muss allerdings auch einstecken und das erträgt er ebenso gelassen wie er seine Taten begeht.

Das Erstaunliche: Joel ist sympathisch. Man mag ihn. Wie kommt das? Vielleicht, weil er weder prahlt noch jammert. Vielleicht, weil man seine Verlorenheit nachempfinden kann. Oder vielleicht, weil er in dem einen Fall, in dem er echte Verantwortung für eine andere Person übernimmt, scheitert und man mit ihm fühlt.

Einziger Kritikpunkt: Das Buch ist nicht chronologisch aufgebaut und das macht es manchmal schwer, sich zu orientieren. Was ist bereits passiert und was wird später passieren? Das ist ein bisschen störend, mindert den Genuss aber nicht wesentlich.

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Wie ein Bild von Bob Ross: der Lautersee bei Mittenwald

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Wer nach Ruhe und Natur in perfekter Postkartenidylle sucht, der ist am Lautersee bei Mittenwald goldrichtig. Von dem kleinen See aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Karwendelgebirge. In direkter Umgebung gibt es viele Spazier- und Wanderwege, zum Beispiel … Weiterlesen

Minimalistisch gut: „Pure Heroine“ von Lorde

Zum ersten Mal habe ich „Royals” im Bus gehört, der uns nach dem Urlaub auf La Gomera zum Flughafen gebracht hat. Eine wunderbare Stimme und ein feines minimalistisches Arrangement! Ging sofort ins Ohr und wohnt noch immer dort.

Als der Song auch zu Hause im Radio lief, habe ich mich gefreut und lauter gedreht – mehr aber nicht. Richtig aufmerksam wurde ich erst, als Lorde Ende Januar zwei Grammy Awards für „Royals“ bekommen hat.

Die anderen neun Songs auf dem zugehörigen Album „Pure Heroine“ sind ähnlich schlank und puristisch, dabei eingängig, aber nicht platt. Ich höre Ähnlichkeit zu Lana del Reys Album „Born to Die“.

Lorde stammt übrigens aus Neuseeland und wurde im November 1996 geboren… Da sag noch einer, die Jugend von heute taugt nix mehr!

Autorenlesung „Wenn das die Grimms wüssten!” in Erlangen

Der Mai regt die Menschen erfahrungsgemäß zu den verschiedensten Aktivitäten an: spazieren, picknicken, heiraten, … oder auch vorlesen!

Am 09. Mai habe ich die Ehre, bei der Autorenlesung der Märchen-Anthologie „Wenn das die Grimms wüssten!“ dabei zu sein!

Ich darf aus meiner Geschichte „Kamron, der Wolf“ vortragen. Es werden noch etwa neun weitere Autoren dabei sein. Veranstalter ist die VHS Erlangen, dort kann man sich online für die Lesung anmelden.

Die Teilnahme ist kostenlos und lohnt sich bestimmt.
Ich freue mich über jedes bekannte Gesicht im Publikum! 🙂

Geschichten, nicht nur zu Weihnachten

Tatsächliche oder angebliche Geschehnisse in Geschichten zu formen und diese dann weiter zu geben, gehört offensichtlich zu den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen und Fertigkeiten. Ob mündlich, schriftlich oder visuell: Das Erzählen und das Erzähltbekommen von Geschichten gehören zu unserem Alltag.

Laut Wikipeida erfreut sich die Kunstform des Storytelling in Deutschland seit einiger Zeit neuer Popularität. Beim Storytelling werden Anekdoten, Sagen und Weisheiten pointiert frei erzählt, unterstützt durch Mimik und Gestik.

In Erlangen kommt man einmal im Jahr in den Genuss, Geschichten des Storytellers Richard Martin zu hören. Richard Martin wurde in England geboren, lebt seit langem in Deutschland und tritt in der ganzen Welt auf.

Auf Richards Website „Tell a Tale“ findet man Daten zu seinen Auftritten und Workshops, Hintergrundinformation zu Storytelling und, natürlich: Stories zum Lesen, Hören und Anschauen.

Hier zwei Geschichten, die mir besonders gut gefallen:

The Wishgiver

Death in the Nut

Listen, enjoy and think about it!