Was will der Prinz des Sonnenreichs von der Herrin der Tiefe?


Welche Verbindung gibt es zwischen dem Reich unter dem See und dem Kristall des geteilten Gottes? Und wie findet die Heldin ihren Weg ins Mondreich?

 

Mit diesen und anderen Fragen habe ich mich in den letzten Wochen beschäftigt. Na klar, es geht um mein Buch.

 

Die für Oktober angestrebten 10 neuen Szenen hab ich nicht geschafft, aber immerhin 3 und in dem Zuge bin ich eben auf die genannten Fragen gestoßen, die beantwortet werden müssen, damit es mit der Handlung weiter gehen kann. Insgesamt bin ich mit dem letzten Monat zufrieden. Plan für den November: die Fragen beantworten und darauf basierend 7 neue Szenen anlegen. Bin selber gespannt, wie es laufen wird. J

Absolut empfehlenswert


Als ich single war und ab und an die wohl unvermeidlichen Einsamkeits- und Selbstmitleidsgefühle aufkamen, hab ich mich immer damit zu trösten versucht, dass es Leuten in Beziehungen ja auch nicht immer toll geht. Und überhaupt! Die vielen Nachteile, die man in einer Partnerschaft hat: keine Selbstbestimmtheit mehr, ewige Kompromisse, lästige Verpflichtungen, usw. Kein Grund also traurig zu sein, dass man keinen festen Freund hat!

 

Diese Überlegungen haben in konkreten Tiefsituationen nur bedingt geholfen, auch wenn ich wusste, dass es im Kern wahr ist: eine Beziehung macht nicht automatisch glücklich.

 

Seit einigen Monaten kann ich aus erster Hand von der Beziehungsseite berichten. Und natürlich, es stimmt. Die kleinen Probleme des Alltags, stressige Situationen im Job, weltpolitische Verwerfungen sind unverändert da. Und auch das stimmt: in einer Beziehung hat man weniger Zeit für sich selbst. Einige Entscheidungen kann man nicht mehr nur für sich treffen und manchmal macht man auch Dinge, auf die man gar nicht so dringend Lust hat.

 

Und trotzdem: Ich möchte nicht wieder tauschen. Eine gute Beziehung macht so viel Spaß, gibt Kraft, Halt und ein wunderbares Grund-Glücks-Gefühl. In der Psychologie spricht man dann von einem hohen GGG-Wert. … Nein, das stimmt nicht, hab ich mir grad ausgedacht…

 

Und wie ich des Öfteren höre, macht eine glückliche Beziehung anscheinend auch frech. Da weiß ich aber nicht so recht, ob tatsächlich was dran ist… J

 

Es war neu, bunt und furchtbar aufregend


Letzte Woche hatten sie in meinem Fitnessstudio mal wieder die Disc mit Videos aus den 80ern laufen. Die Erfindung des Videoclips war eine Offenbarung für mich: Popmusik zusammen mit bewegten Bildergeschichten. Einfach genial! Noch auf dem Stepper habe ich drei All-Time-Highlights gekürt.

Nummer 1: Cindy Lauper, Girls Just Wanna Have Fun
Das Video repräsentiert die bunten und unbeschwerten 80er. Keiner ist perfekt gestylt, das brauchte man damals noch nicht. Eine denkbar einfache Story wird in fröhlichen Bildern gezeigt. Oh ja, ich hab mir damals vorgestellt, auch ich würde drei Dutzend Leute tanzend in mein Zimmer lotsen.

http://www.youtube.com/watch?v=Mft3_A6qtRA (hab leider keinen Clip zum Einbetten gefunden)

 
Nummer 2: Kate Bush, Cloudbusting
Besonders toll fand ich immer Videos, die wirklich eine Geschichte erzählten. Gar nicht so selten traten auch echte Schauspieler auf; hier Donald Sutherland. Die Geschichte hat sogar Wurzeln in der Realität, nämlich im Leben und Werk des Psychoanalytikers Wilhelm Reich.

 

 

Nummer 3: Madonna, Express Yourself
Wir sind Ende der 80er angekommen und langsam wird es stylish. Ich mag die Kombination aus kühler Ästhetik und greifbarer Erotik. Eben Madonna. Regie führte David Fincher, der später unter anderen zwei meiner Lieblingsfilme schuf: Sieben und Fight Club.


Für mich waren Musikvideos prägend – so viel MTV wie ich geschaut habe, als meine Eltern Anfang der 90er endlich Kabelfernsehen anschafften… Geschadet hat’s mir sicher nicht.
J

Entspannung – ja, bitte!


Wir hier in der guten ersten Welt leben bekanntermaßen in dauernder Hektik und unter stetig zunehmendem Leistungsdruck. Dann die unablässige Sorge um den Arbeitsplatz, Klimawandel, teurer Sprit, steigende Gesundheitskosten, die Hungerrente und nun auch noch die Bankenkrise. Wie soll Unsereiner da auch nur einen glücklichen Moment erleben?

 

Ganz einfach: er entspannt. Damit gemeint ist das vorübergehende Ausschalten aller Alltagssorgen und der von so vielen Seiten gestellten Anforderungen. Einfach mal an gar nichts denken – oder an etwas komplett anderes als im Tagesgeschäft.

 

Wie das geht? Bei mir funktioniert Lesen hervorragend. Ein guter Roman mit spannenden und authentischen Charakteren und einer Handlung, in der ich leben kann, während ich das Buch in Händen halte.

 

Auch sehr gut: Yoga. Nach ein paar Minuten konzentrierst du dich nur noch auf deinen Körper und was du damit tust, da ist nichts anderes mehr. Und na klar, auch Sport wirkt so, manche Arten sogar bei mir.

 

Es gibt Menschen, die nur sehr schwer oder gar nicht abschalten können. Ihre Gedanken kreisen ständig um dieselben Themen und Probleme. Im Extremfall werden Nebensächlichkeiten oder schnell zu lösende Aufgaben zu scheinbar unüberwindbaren Hemmnissen. Unbeschwertheit und Freude werden zu Unbekannten.

 

Wer fröhlich und mit Spaß leben will, sollte sich so viel wie eben möglich Entspannungsraum schaffen und ausprobieren, was gut funktioniert. Vielleicht ist es Fischen, Schlagzeug spielen oder Speedboat fahren (Details und weitere Anregungen im Video unten).

 

Wer ausreichend Entspannung hat, geht viele Dinge gelassener an. Zum Beispiel das Saubermachen, wenn man gegen zehn Uhr nach Hause kommt und das Bad überschwemmt mit Ekelwasser vorfindet, weil man es früher am Abend für eine gute Idee gehalten hatte, Rohrfrei in die verstopften Waschbecken zu kippen – und kurz darauf für 2 Stunden zum Yoga zu fahren. J

 

Es hat Geburtstag


Mein Buch ist im September 1 Jahr alt geworden. Die Geburt fand im Zug zum Police-Konzert nach München statt und manifestierte sich durch einen Eintrag in mein Reisetagebuch. Zu dem Zeitpunkt gab es eine diffuse Idee der Heldin und einige wenige Meilensteine bzw. Grundstimmungen der Handlung. Mehr nicht. Seitdem ist einiges geschehen.

 

Die Heldin hat einigermaßen Gestalt angenommen und glücklicherweise ist sie ohne große Mühe nicht ich geworden. Den Plot habe ich grob im Kopf. Die verschiedenen Welten haben einen ganz gut durchdachten Unterbau.

 

Was mich besonders freut: vor gut einer Woche hab ich mich in ein gutes Schema eingefunden, um Szenen zu beschreiben: Ort, Akteure, Handlung und Ziel in kurzen Worten (angelehnt an Sol Stein). So kann ich die Storyline auf einer sinnvollen Detailebene beschreiben, ohne ausformulieren zu müssen. Ich denke, so entsteht ein gutes Gerüst der Handlung.

 

Außerdem stoße ich dabei auf Lücken in der Hintergrundstory oder bei den Charakteren, die gefüllt werden müssen. Der Fortschritt ist noch relativ bescheiden: 6 Szenen sind definiert.

 

Der Plan für Oktober: mindestens 10 weitere Szenen definieren und gefundene Lücken zumindest dokumentieren und bedenken. Mal sehen, was der erste Herbstmonat bringt!

Unglaublich, aber wahr

 

Anfang September haben in meiner Firma zwei neue Azubis angefangen. Die beiden sind zusammen so alt wie ich.  

 

Hätte diese Tatsache eine depressive Stimmung ausgelöst – niemand hätte es mir übel genommen. Aber: ich kann daran nichts Deprimierendes finden. Na klar, erstaunlich ist es schon, dass Menschen, die in den Neunzigern geboren wurden, auf dem deutschen Arbeitsmarkt legal agieren dürfen – aber nicht deprimierend.

 

Was schützt mich vor der potenziellen Niederschmetterung?

 

Zum einen ganz sicher: Kein Mensch glaubt, dass ich so alt bin wie ich bin. Die glückliche Situation mit ungläubigen Augen gemustert zu werden, wenn das Geburtsjahr genannt wird, ist ein starker Schutzschild gegen Altersverzweiflung.

 

Das ist es aber nicht alleine. Die bislang wundersam konservierte jugendliche Ausstrahlung ist nicht von Dauer. Früher oder später finden die Falten ihren Weg auch in mein Gesicht.

 

Viel stabiler schützt die Erkenntnis, dass man mit seinem bisherigen Leben etwas Gutes angestellt hat. Wenn ich an mich selbst mit 17 zurückdenke – wo ich mich in meiner Entwicklung befand, was ich geleistet und erlebt hatte – dann war das nicht übel. Aber wenn ich es mit meinem Stand heute vergleiche, kann ich ehrlich sagen, dass sich einiges getan hat. Allein was ich in den letzten Jahren erfahren habe – beruflich und privat – ist eine ganze Menge.

 

Und das ist, worauf es ankommt. Gefühltes Alter ist Lebenszeit geteilt durch Erfahrungen.

 

Je mehr Erfahrungen du sammelst, umso jünger fühlst du dich im Verhältnis zu deiner Lebenszeit. Und klar, wenn du den ganzen Tag nur vor der Glotze sitzt und nichts erlebst, dann fürchtest du das älter Werden, denn du schreitest nur im Lebensalter fort und nicht in den Erfahrungen.

 

In diesem Sinne: Man musst nicht deprimiert sein, wenn die Kollegen plötzlich halb so alt sind wie man selbst, sondern erst, wenn man feststellt, dass man keinen angemessenen Erfahrungsvorsprung hat. Aber selbst dann: Es ist nie zu spät, um mit dem Training zu beginnen.

Ein Rat für die Königin

Heute vor einer Woche war es soweit: Im Berliner Olympiastadion betrat Madonna die Bühne und die nächsten beiden Stunden gehörten ihr. Und ich war dabei.

Im Vorfeld des Konzerts haben sich berufen Gefühlte den guten Rat an Madonna gegeben, sie solle nun mit 50 doch aufhören, es wäre an der Zeit, sich in Ehren zur Ruhe zu setzen. Hm. Hat das schon mal jemand den Rolling Stones geraten? Ich glaube nicht.

Es wäre eine Schande, würde sie das tatsächlich tun. Allerdings denke ich, dass es für sie an der Zeit ist, wieder einen echten Evolutionssprung zu machen. Sie ist nun mal nicht mehr Mitte 20. Sie sollte nicht den bunten 80ern nachlaufen. Mit der Tour tut sie das aber ein bisschen.

Ich würde mir wünschen, eine magisch-weise Madonna zu sehen; eine, die auch spirituell verzaubert, nicht nur sexuell. Beim Konzert gab es einen Song, in dem der Mensch Madonna in Erscheinung trat und das fand ich den schönsten Moment. Davon hätte ich gerne mehr, wenn es Euch belieben möge, Majestät.

Aber Madonna hat ja noch nie getan, was die Leute für passend gehalten hätten. Andererseits hat sie beim letzten Song eine Brille getragen. Ein erstes Anzeichen für allgemein anerkanntes altersgerechtes Verhalten?

Da fällt mir ein, dass ich bei Kleingedrucktem manchmal gewisse Schwierigkeiten habe… Na, mit 50 geh ich dann auch mal zum Optiker.

Jedes Buch hat eine Seele

„Willkommen im Friedhof der vergessenen Bücher … Jedes einzelne Buch hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat, und die Seele derer, die es gelesen und erlebt und davon geträumt haben. Jedesmal, wenn ein Buch in andere Hände gelangt, jedesmal, wenn jemand den Blick über die Seiten gleiten läßt, wächst sein Geist und wird stark.“

Als Daniel als 10jähriger Junge diese Worte von seinem Vater hört, ahnt er nicht, wie sehr der gemeinsame Besuch im Friedhof der vergessenen Bücher sein Leben beeinflussen würde.

Carlos Ruiz Zafón, der Autor des Romans „Der Schatten des Windes“, von dem hier die Rede ist, schreibt vor dem Hintergrund eines tristen Barcelonas der Nachkriegsjahre mit wunderbarer Leichtigkeit über die Fundamente menschlichen Daseins: Freundschaft und Einsamkeit, Hass und Leidenschaft, Verzweiflung und Lust – und vor allem Liebe. Das Buch schafft, was ein Buch schaffen sollte: es lässt den Leser eintauchen in das Leben der Figuren. Man hofft, bangt und trauert mit ihnen. Und wenn es an der Zeit ist, darf man sich auch freuen.

Man kann aus dem Buch vieles mitnehmen, aber wenn ich eine Moral aus der Geschichte ableiten sollte, würde ich sagen: Jeder hat sein Schicksal in der Hand und man sollte kämpfen, wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Das gilt natürlich auch für mein eigenes Buch. Das hatte im August ein schweres Los: so gut wie alle Wochenenden verplant, kaum ein freier Abend. Entsprechend ist es nicht weit gediehen. Aber: ich bin weiterhin voller Hoffnung auf eine glänzende Zukunft. J

Die beste Art Geld auszugeben


… ist Reisen. Warum? Das sind meine 3 Gründe:

 

Reisen macht reich.

Natürlich nicht an Geld. Dafür an Erlebnissen, Bildern und Eindrücken, die du nirgends kaufen kannst. Wenn ich an meine vergangenen Reisen denke, lässt mich das immer noch und immer wieder schwärmen. Natürlich verblassen viele Bilder mit der Zeit, aber was bleibt ist ein Gesamtgefühl und kleine Blitzlichter, die wie Juwelen in der Schatzkammer der Erinnerung funkeln.

 

Reisen macht frei.

Du wirst toleranter und offener gegenüber anderen Ländern, Kulturen und Menschen. Wir fürchten, was wir nicht kennen. Auf Reisen hast du so viele Möglichkeiten, Fremden freundlich und offen zu begegnen, dass diese diffuse Furcht abgebaut werden kann. Das heißt beileibe nicht, dass man alles gutheißen muss, aber das Bild im Kopf wird klarer und weniger vorurteilsbehaftet.

 

Reisen macht lebendig.

Stillstand in der persönlichen Entwicklung ist für mich so eine Art Vor-Tod. Eines der stärksten Gegenmittel ist das Reisen. Es gibt so viel Neues auf dem Weg; das hält in Bewegung. Aufgaben müssen gelöst, Eindrücke verarbeitet, Erfahrungen eingefügt werden. Stagnation hat keine Chance.

 

Das alles gilt vielleicht nicht uneingeschränkt für den Prolo-Touri, der für 99 Cent nach Malle fliegt und erst drei Tage nach der Rückkehr wieder in fahrtaugliche Promille-Regionen gerät. – Nun gut, diese Wahl trifft jeder für sich selbst.  

Deadwood – der etwas andere Western


Als Kind habe ich Western geliebt. Die Erinnerung an Figuren und Handlung von Serien wie „Western von gestern“ und „Rauchende Colts“ sowie ungezählten US-Spielfilmen ist diffus und bruchstückhaft. Die Erinnerung an meine kindliche Begeisterung für Abenteuer, Wagemut und Heldenruhm ist dagegen relativ klar geblieben.

Die ungeheuer dreiste Arroganz der weißen Männer des Westens war mir damals noch nicht bewusst. Hingegen fand ich es schon ein wenig merkwürdig und irritierend, dass immer nur die Männer die coolen Sachen gemacht haben, während die Frauen brav am Herd auf die Rückkehr der Aufrechten warten mussten oder bestenfalls mal einen Angeschossenen pflegen durften.

Vielleicht sind das die Gründe, warum mit Beginn der Pubertät das Genre seinen Reiz für mich weitestgehend verloren hat. Daher war ich auch eher zurückhaltend, als ein Kollege mir Deadwood ans Herz und damit ins DVD-Laufwerk gelegt hat.

Schon nach der ersten Folge war ich süchtig. Deadwood ist anders als die alten Western. Keine geschönte Marlboro-Romantik, in Deadwood geht es dreckig zur Sache – in Wort und Tat. Besonders beeindruckend: die Zeichnung der Charaktere. Die Bösen sind böse, aber manchmal sind sie auch sympathisch oder erregen Mitgefühl. Die Guten sind gut, aber auch sie haben ihre Unzulänglichkeiten und dunklen Abgründe. Und genau davon lebt eine Serie, egal in welchem Setting sie spielt.

Um es mit dem Worten des Saloon-Betreibers und Ober-Ganoven Al Swearengen zu sagen: Welcome to fucking Deadwood!